Variabel durch Module

Bedienstationen - Modular aufgebaute Industrial Workstations ermöglichen flexible, ergonomische und sichere Lösungen für die Schnittstelle Mensch-Maschine. Was braucht der Anwender dazu?

11. Februar 2007

Von einfachen Arbeitsplatzlösungen bis hin zu komplexen Leitstandsystemen ? wo Mensch und Maschine zusammentreffen ? stehen Sicherheit, Funktionalität, Ergonomie und individuelle Lösungen im Vordergrund. Sensible Hardware-Komponenten wie PC und Monitor in Produktionsumgebungen erfordern dabei besondere Aufmerksamkeit. Gefragt sind auf individuelle Aufgaben und spezifische Anforderungen zugeschnittene, sichere Arbeitsplatz-Lösungen, die einen umfassenden Rundumschutz der verwendeten Komponenten gewährleisten und zugleich Anwendern ergonomische und flexible Arbeitsbedingungen schaffen. In der Industrie rücken dabei aber zunehmend auch ästhetische Kriterien ins Blickfeld. Denn eine anspruchsvolle und zukunftsweisende Erscheinung der Anlage verweist auch auf Modernität und Innovationskraft eines Unternehmens.

Mit dem Programm der Industrial Workstations (IW) bietet Rittal die Basis für moderne Arbeitsplatz- und Leitstandsysteme. Der »Schreibtisch mit erhöhter Schutzart« ist das Zauberwort für exakt auf individuelle Anforderungsprofile abgestimmte Systemlösungen. Durch standardisierte Module, die durch modifizierte Komponenten aus dem umfangreichen Produktspektrum ergänzt werden können, passen sich die IWs an jeden Bedarf an. Der Schwerpunkt bei der Konzeption kann dabei ganz unterschiedlich gesetzt werden: Mehr Schreibtischfläche oder mehr Platz für die geschützte Aufnahme von benötigten Geräten. Sowohl stationäre als auch mobile Einsätze sind in unterschiedlichen Konfigurationen möglich.

Basis der Industrial Workstations ist ein modulares Untertischgehäuse in 600 Millimeter Breite, 900 oder 1.000 Millimeter Höhe und 600 Millimeter Tiefe. Andere Abmessungen sind im 25-Millimeter-Raster möglich. Die abnehmbaren Seitenwände sind von innen verschraubt. Die Front bildet eine Designtür, eine Sichttür, Schubladen- Blenden oder eine Kombination daraus. Der rückwärtige Abschluss kann eine von innen verschraubte Wand oder eine Tür sein. Das Gehäuse ist nach unten geschlossen, lässt sich über vier Nivellierfüße justieren und besitzt für die Kabeleinführung eine Flanschplatte. Alternativ können Standardsockel des Topschranksystems TS8 oder ein 100-Millimeter-Designsockel zum Einsatz kommen. Für den mobilen Einsatz lassen sich auch Doppellenkrollen montieren. Der Innenausbau des Untergehäuses ist auf zwei Befestigungsebenen im 25-Millimeter- Lochraster multivariabel: mit Lochschienen und Chassis, Geräteböden, Gerätewagen für Drucker und Tower-PC, Schubladen oder Teilmontageplatten.

Komfortable Arbeitsfläche

Die IW-Lösungen bieten mehr Arbeitsfläche als ein PC-Schrank und sind kompakter als ein Schreibtisch. Besonders ergonomisch sind die IWs durch ihre Arbeitsplatten. Hier stehen 38 Millimeter starke, harzbeschichtete Spanplatten mit Umleimern aus Kunststoff, wahlweise auch mit Rangiergriff, zur Verfügung. Auch individuelle Größen und Ausführungen sind erhältlich. Vorbereitet sind die Arbeitsplatten für unterschiedliche Auf- und Ausbauten: Beispielsweise mit Monitorgehäuse in zwei Ausführungen für tiefe 17- oder 21-Zoll-Monitore. Diese sind starr oder über Drehkranz mit der Arbeitsplatte verbunden. Die Monitorgehäuse können auch direkt an einen Tragarm installiert oder mit einem dreiteiligen Pultsystem kombiniert werden. Auch das weitverbreitete Bediengehäuse Optipanel ist mit der IW-Serie von Rittal kombinierbar. Das Bediengehäuse nimmt bei dieser Anwendung flache TFTs oder andere Anzeige- und Eingabeeinheiten auf.

Mit zusätzlichen Standfüßen entstehen (auch große) Schreibtische mit vielen zusätzlichen Funktionen: ausgestattet mit eleganten Monitor- und Flachmonitorgehäusen hochwertige PC-Arbeitsplätze, zusammen mit Überbau- und Anbaukomponenten teilgekapselte Arbeitsplätze und erweiterte Werkbänke. Nochmals erweitert wird das Anwendungsspektrum durch die Integration des Tragarmsystems CP-L und durch funktionelle Geräte- und Arbeitsplatzwagen.

Workstations bei Cosytronic

Die Vorteile der modularen, optisch ansprechenden Industrial Workstations haben auch den Westerwälder Schweißanlagenbauer Cosytronic überzeugt. Ein zentraler Punkt bei der Errichtung einer der weltweit modernsten Fertigungslinie für Sitzlehnen für den Automobilhersteller Audi war die einfache und klare Visualisierung komplexer Prozess- und Betriebsdaten: Man wollte sicherstellen, dass auch Bediener ohne große Vorkenntnisse stets den vollen Überblick behalten und so mit den Systemen sicher arbeiten können. Zum Einsatz kommen zwei Industrial Workstations von Rittal, die auch im Detail den Innovationsanspruch von Cosytronic unterstützen. Die als Bereichszentrale fungierende Industrial Workstation bildet bei Cosytronic das »Schaufenster« in die letzten Winkel der Anlage. An dem mit Industrie- PC, Tastaturschublade und dem Rittal Comfort- Panel mit Touch-Screen?Bildschirm ausgestatteten Arbeitsplatz findet die zentrale Überwachung und Steuerung der Anlage statt. Auch an der zweiten Station, der sogenannten »Schnüfflerstation«, wo zwei robotergeführte CCD-Kamerasysteme die von sechs Robotern per Schutzgas gefügten Schweißnähte scannen, kommt eine weitere IW an der Schnittstelle Mensch/Maschine zum Einsatz.

Für immer wiederkehrende, standardisierte Aufgaben im Bereich Qualitätssicherung, innerbetriebliche Logistik und Betriebsdatenerfassung bietet Rittal fertige Komplettpakete. Das Komplett-Paket Rittal Quality Point unterstützt Unternehmen im Bereich der Qualitätsüberwachung und -sicherung. Permanent steigende Qualitätsansprüche bei industriellen Fertigungsprozessen sowie komplexer werdende Werkstückgeometrien erfordern genaue Dokumentationen. Fortschreitende Einengung von Toleranzgrenzen bedingen eine stetige Zunahme des Mess- und Prüfaufwandes. Gefragt sind hierbei Arbeitsplatzsysteme, die sich in den Fertigungsprozess an Ort und Stelle integrieren lassen und dabei Platz, Flexibilität und Sicherheit bieten. Der Rittal Quality Point steht in den Ausführungen L (1.000 Millimeter breit) und XL (2.000 Millimeter breit) ab Lager für diese Anwendung zur Verfügung.

Schutz für Mensch und Maschine

Beide Varianten können aus dem Modulbaukasten nach Belieben erweitert werden. Dokumente, Prüfmittel und Werkzeuge können platzsparend untergebracht oder auf der Arbeitsfläche ausgebreitet werden. Messdaten können direkt weiterverarbeitet werden und aktiv in den Fertigungsprozess zurück fließen. Um nicht nur die verwendete Soft- und Hardware zu schützen, legt Rittal großen Wert auf Ergonomie. Alle Industrial Workstations werden nach ergonomischen und sicherheitstechnischen Gesichtspunkten der Berufsgenossenschaft Braunschweig gefertigt.

Sascha Preussner-Pfaff, Rittal

Fakten

¦ Industrial Workstations (IW) heißt das Programm von Rittal für moderne Arbeitsplatz- und Leitstandsysteme.

¦ Die IW-Lösungen bieten mehr Arbeitsfläche als ein PC-Schrank und sind kompakter als ein Schreibtisch. Besonders ergonomisch sind die IWs durch ihre Arbeitsplatten.

¦ Generell gilt laut Rittal: Es gibt immer eine Lösung ? sicher, funktional und ergonomisch.

¦ Die IW Bedienstation bietet neben variabler Arbeitsfläche und einem TFT-Bildschirm Platz für die sichere Aufnahme von Tower-PCs. Sofortiger Anschluss ist nach Anlieferung möglich.

Erschienen in Ausgabe: 01/2007