VDMA Machine Vision macht Bildverarbeitung fit für die Industrie 4.0

Damit Maschinen miteinander kommunizieren können, müssen sie eine gemeinsame Sprache sprechen. OPC UA ist eine solche Sprache. Als eine der ersten VDMA-Gliederungen hat VDMA Machine Vision nun die Freigabe einer OPC UA Companion Specification erteilt.

02. September 2019
VDMA Machine Vision macht Bildverarbeitung fit für die Industrie 4.0
Mit standardisierten Schnittstellen für die industrielle Bildverarbeitung ist die Bildverarbeitungsindustrie nun gut vorbereitet, eine wichtige Rolle innerhalb des Industry 4.0-Ansatzes zu spielen. (Bild: VDMA)

Bereits im Januar 2016 beschloss der Vorstand von VDMA Machine Vision, eine OPC UA Companion Specification für die Industrielle Bildverarbeitung zu entwickeln. Die Arbeit wurde in der gemeinsamen Arbeitsgruppe geleistet, die aus der OPC Foundation und der VDMA Fachabteilung Machine Vision innerhalb des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation besteht. Eine Kernarbeitsgruppe mit 17 Experten führender europäischer Bildverarbeitungsunternehmen stellte sich der Herausforderung, machte Vorschläge für Ansatz und Inhalt und überwachte das Feedback der breiteren Bildverarbeitungsindustrie und der Endanwender weltweit.

Um eine größere Reichweite zu erreichen, beschloss VDMA Machine Vision, diese wichtige Normungsarbeit in die globale Standardisierungskooperation für Machine Vision namens G3 einzubringen. G3 besteht aus den weltweit tätigen amerikanischen (AIA), chinesischen (CMVU), europäischen (VDMA und EMVA) und japanischen (JIIA) Bildverarbeitungsverbänden.

Mit der Veröffentlichung der OPC UA Machine Vision Companion Specification Part 1, die nun auf der OPC Foundation Website und auch auf der VDMA Website zum Download zur Verfügung steht, enden nun insgesamt 35 Tage Präsenzgespräche, rund 50 Online-Meetings und unzählige individuelle Arbeitsstunden der Arbeitsgruppe.

Die OPC UA Companion Specification Part 1

Part 1 beschreibt eine Abstraktion des generischen Sehsystems, d.h. eine Darstellung eines so genannten »digitalen Zwillings« des Systems. Es übernimmt die Verwaltung von Rezepten, Konfigurationen und Ergebnissen auf standardisierte Weise, während die Inhalte herstellerspezifisch bleiben und als Blackbox behandelt werden.

Es ermöglicht die verallgemeinerte Steuerung eines Vision-Systems und abstrahiert das notwendige Verhalten über das Konzept einer »State Machine«. Eine Testimplementierung wurde bereits erfolgreich abgeschlossen und im Mai 2019 auf einer Großveranstaltung der Automobilindustrie in Deutschland, die sich mit OPC UA beschäftigte, einem breiten Publikum von Experten aus der Automobilproduktion vorgestellt. Derzeit wird ein Hardware-Demonstrator entwickelt, der in Kürze auf Messen in Deutschland zu sehen sein wird. Und, wie der Zusatz »Part 1« zeigt: Die Arbeit der VDMA OPC Machine Vision Initiative hört hier nicht auf. Darüber hinaus etabliert Part 1 eine Art Infrastrukturschicht, die eine vereinfachte und einheitliche Integration aller möglichen Bildverarbeitungssysteme in übergeordnete IT-Produktionssysteme (SPS, SCADA, MES, ERP, Cloud, …) ermöglicht. Ziel ist, dass über Part 1 hinaus andere proprietäre Elemente zerlegt und durch standardisierte Informationsstrukturen und Semantiken wie Konfigurations-, Rezept- und Ergebnisinformationen ersetzt werden.