Verbindungs-Kombi

Technik

Blechverarbeitung – Die Rundpunkt-Blechverbindungstechnologie von Tox Pressotechnik bewährt sich seit langem in zahlreichen Branchen. Eine Systemerweiterung ermöglicht jetzt auch das automatisierte Setzen von Funktionselementen wie Stanzmuttern und Stanzbolzen.

18. April 2011

Ein langjähriger Trend im modernen Fahrzeug- und Apparatebau ist die zunehmende Leichtbauweise, speziell durch den Einsatz neuer Werkstoffe und Materialien, um den Ressourcenverbrauch und den Energiebedarf zu verringern.

Als ein geeignetes Füge- und Verbindungsverfahren vor allem für dünne Bleche dient dabei häufig das wirtschaftliche Rundpunkt-Blechverbindungsverfahren, das die Tox Pressotechnik GmbH aus Weingarten in Südwürttemberg bereits Mitte der 1980er-Jahre entwickelt hat und das sich seither in verschiedenen Varianten hunderttausendfach in allen Blech verarbeitenden Industrien durchsetzen konnte, unter anderem im Automobilbau und in der Weißwarenindustrie.

Inzwischen hat das Unternehmen den Rundpunkt und das Clinch-Verfahren nicht nur stetig fortentwickelt, sondern auch um Verfahren mit der Notwendigkeit der Zuführung von Elementen wie Clinch-Niete oder Vollstanzniete erweitert.

Eine aktuelle Ergänzung dieser wirtschaftlichen Technologie zum Verbinden von Blechen und Hybrid-Bauteilen sind Verfahren zum Setzen von Funktionselementen wie beispielsweise Stanz-, Einniet- und Einpressmuttern oder -bolzen. Stanzmuttern lassen sich zum Beispiel an Bleche aller gängigen Qualitäten bis zwei Millimeter Dicke anbringen, wobei für jede Dimension ein passender Setzkopf erforderlich ist. Zum Setzen solcher Funktionselemente haben die Oberschwaben eine spezielle Füge- bzw. Setzeinrichtung entwickelt und zur Serienreife gebracht.

Automatische Zuführung

Die gesamte Stanzmuttern-Setzeinheit besteht aus einem Setzkopf mit integriertem Magazin und pneumatischem Einstoßer, einem Stanzmuttern-Fördergerät mit integriertem Prozesssystem als komplette Einheit sowie aus einem standardisierten Tox-C-Bügel mit ebenfalls standardisierter Installationsplatte und einem pneumohydraulischem Antriebszylinder aus der Reihe Tox-Kraftpaket.

Die Prozesssteuerung verfügt über Hardware-Schnittstellen für Interbus, Profinet und Profibus, eine Prozessüberwachung mit Kraft/Weg-Auswertung sowie eine Schnittstelle nach dem neuen Automobilstandard AIDA. Die Lösung erlaubt es damit, das Setzen von Funktionselementen halbautomatisch oder vollautomatisch durchzuführen, indem die Tox-C-Bügel mit den Setzeinheiten wahlweise in Stand-alone-Vorrichtungen oder in Robotersystemen zum Einsatz kommen.

Flexibler Einsatz

Das modular aufgebaute System bietet große Freiräume und Flexibilität hinsichtlich des Anlagenaufbaus. So wird das Sortier- und Fördergerät mit Vorratsbunker über einen bis zu 10 Meter langen Zuführschlauch mit dem Setzkopf bzw. dem integrierten Magazin verbunden, und auch der Controller kann bis zu 10 Meter von der Setzeinheit entfernt sein.

Diese Entkopplung des Sortier- und Fördergeräts vom Setzkopf mit vorgeschaltetem Vorratsmagazin und Vereinzelungseinheit gewährleistet eine hohe technische Verfügbarkeit der Funktionselemente-Setzvorrichtung. Bei herkömmlichen Zuführ- und Setzvorrichtungen ergeben sich gerade hier immer wieder Probleme aufgrund von Maß- und Toleranzabweichungen bei den Verbindungselementen.

Bei der Wahl der Funktionselemente besteht eine große Wahlfreiheit. So können sie selbststanzend ausgeführt oder auch zum Einpressen oder Einnieten ausgelegt sein und von unterschiedlichen Herstellern stammen. Durch die neuen Systeme zum Setzen von Funktionselementen bietet Tox Pressotechnik damit aus einer Hand eine flexible komplette Prozesslösung zum Fügen und Verbinden von Blechteilen.

Auf einen Blick

- Die Fügetechnologien der Tox Pressotechnik GmbH aus Weingarten in Baden-Württemberg ermöglichen die wirtschaftliche, dauerhafte Verbindung von Blechen und Hybrid- sowie von Materialmix-Bauteilen

- Das Fügeverfahren Clinchen erzeugt dabei eine formschlüssige, nicht lösbare Verbindung von zwei oder drei Blechlagen durch Kaltumformung.

- Erweiterungen zum Setzen von Funktionselementen wie Stanz-, Einniet- und Einpressmuttern sowie -bolzen eröffnen zahlreiche neue Anwendungsfelder.

Erschienen in Ausgabe: 03/2011