Vernetzbar und energieeffizient

Fluidtechnik

Aggregate – Die neue Hydraulikaggregate-Baureihe ABPAC von Rexroth ist vorbereitet für Industrie 4.0 und öffnet das Feld der Hydraulik damit für einen offenen Datenaustausch.

30. März 2015

Auch im handfesten Zweig der Hydraulik geht kein Weg an Hochtechnologie im Sinne der Industrie 4.0 vorbei. Darum steht auch die neue Hydraulikaggregate-Baureihe ABPAC von Rexroth ganz im Zeichen der Elektrifizierung und Vernetzung.

Mit dezentraler Intelligenz und optionalen Sensorpaketen erfassen die Aggregate kontinuierlich alle Betriebszustände und kommunizieren über offene Schnittstellen mit den übergeordneten Steuerungsebenen oder dazu berechtigten Smartphones und Tablet-PCs.

In den neuen Hydraulikaggregaten hat Rexroth die Anforderungen einer vernetzten und intelligenten Fertigung bereits in großen Teilen umgesetzt: Es ist möglich, die Hydraulikaggregate aus Standardkomponenten online zu konfigurieren, über offene Schnittstellen Daten austauschen und Betriebszustände mit der Kombination von dezentraler Intelligenz und integrierter Sensorik kontinuierlich zu erfassen. Mit ABPAC will Bosch Rexroth die Industrie-4.0-Fähigkeit der Hydraulik massiv vorantreiben. Nach Angaben des Unternehmens verfügt die Hydraulik in der vernetzten Automation der Zukunft damit über die gleiche Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit wie elektrische Antriebe.

Durch die Schnittstellentechnologie von Open Core Engineering fügen sich die Aggregate in horizontal und vertikal vernetzte Produktionsumgebungen ein. Ein integriertes, universell nutzbares Sensorpaket erfasst kontinuierlich alle relevanten Systemzustände des Aggregates wie den Verschmutzungsgrad der Filter, die Ölqualität, die Daten der Sensoren für Arbeits-, Saug- und Speicherdruck, das Ölniveau sowie verschiedene Temperaturen. Sensordaten, Systemgrößen und die daraus abgeleiteten Zustandsmeldungen stellen die Aggregate auf standardisierten Schnittstellen zur Verfügung. Diese Meldungen liest der Anwender entweder per Ethernet-Bus über die Maschinensteuerung aus oder über einen integrierten Web-Browser drahtlos von einem Smartphone oder einem Tablet-PC.

Alle Aggregate sind auf den gemeinsamen Einsatz mit den drehzahlvariablen Pumpenantrieben der Baureihe Sytronix FcP von Bosch Rexroth ausgelegt. Diese sollen die Drehzahl im Teillastbetrieb bedarfsgerecht absenken. Der Hersteller gibt an, dass die Maßnahme den Energiebedarf der Hydraulik um bis zu 80 Prozent senken hilft. Darüber hinaus lassen sich auch Antriebe aus der Familie Sytronix SvP integrieren, bei denen die besonderen Anforderungen der Fluidtechnik bereits in die Software der intelligenten Antriebe integriert sind. Die Inbetriebnahme- und Diagnosetools hierfür sind identisch mit denen elektrischer Achsen von Rexroth.

Die ABPAC-Baureihe erfüllt mit Behältergrößen von 100 bis 400 Litern die Anforderungen gängiger Hydraulikanwendungen. Die hydraulischen Basisfunktionen sind bereits in einem Multifunktionsblock integriert. Dieser bietet zusätzlich eine Schnittstelle zu weiteren standardisierten hydraulischen Steuerungsbaugruppen. Laut Bosch Rexroth haben Anwender den großen Vorteil, dass sie ihr Wunsch-Aggregat online auf Basis des weltweit größten Hydraulik- und Elektrohydraulikprogramms für industrielle Anwendungen zusammenstellen können. Das Online-Tool führt den Nutzer anhand technischer Eckdaten und schlägt entsprechende Baugruppen vor. Unmittelbar nach Abschluss der Konfiguration gibt das Programm ein komplettes Dokumentationspaket aus.

Gut vernetzt

Die ABPAC-Hydraulikaggregate unterstützen alle gängigen Ethernet-Protokolle und fügen sich in die unterschiedlichsten Systemarchitekturen ein. Die Schnittstellentechnologie von Open Core Engineering eröffnet zusätzliche Freiheitsgrade, die Hydraulik mit IT-Anwendungen zu verknüpfen. Über Smartphones oder Tablets können Bediener unabhängig vom Betriebssystem auf alle Betriebsdaten und Parameter der Aggregate zugreifen.

Zu Hause sind die Geräte im gesamten Einsatzspektrum der Hydraulik in stationären Maschinen. Dieses reicht zum Beispiel von spanenden Werkzeugmaschinen über die Holzverarbeitung bis hin zu Pressen oder Kunststoffmaschinen.

Grundsätzlich ermöglicht es die Vernetzung von Maschinen durch die Technologien der Industrie 4.0, große Datenmengen zu erfassen und auszuwerten. Das eröffnet Anlagenbetreibern die Möglichkeit, zukünftige Verschleißzustände bereits im Vorfeld zu erkennen. Rexroth bietet dazu mit Odin eine sichere Cloud-basierte Dienstleistung, die große Datenmengen sicher verarbeitet und die Verfügbarkeit hydraulischer Systeme in Maschinen deutlich steigert.

Durch dieses Data-Mining genannte Verfahren werden Veränderungen kritischer Komponenten zum Ursprungszustand identifiziert. Damit lässt sich Verschleiß zuverlässig erkennen, bevor er einen ungeplanten Anlagenstillstand verursacht. In Kombination mit Wartungsverträgen bietet Rexroth dazu ein Komplett-Paket für Anlagenbetreiber. Sie erhalten regelmäßige Statusberichte mit Handlungsempfehlungen sowie die Durchführung der notwendigen Wartungsarbeiten durch den Rexroth-Service. Dieses Dienstleistungsangebot ist insbesondere für Anlagen mit hohen Stillstandskosten geeignet.

Auf einen Blick - Bosch Rexroth

- Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung.

- Bündelung weltweiter Erfahrungen in mobilen Anwendungen, in Anlagenbau und Engineering, Fabrikautomation sowie bei erneuerbaren Energien.

- Komponenten, Systemlösungen und Dienstleistungen für Hydraulik, elektrische Antriebe und Steuerungen, Getriebe sowie Linear- und Montagetechnik.

- 36.700 Mitarbeiter in 80 Ländern, Umsatz 2013: rund 5,7 Milliarden Euro.

Erschienen in Ausgabe: 02/2015