Vernetzte Sicherheit

Sensorik

Sicherheitstechnik – Ultrakompakte Sicherheitslaserscanner sichern die Gefahrenbereiche von Maschinen, mobilen Kleinplattformen oder komplex abzusichernden Transportfahrzeugen.

02. November 2011

Nach wie vor ungebrochen ist der Trend zu immer geringeren Baugrößen bei Maschinen, mobilen Kleinplattformen und fahrerlosen Transportfahrzeugen. Immer kompaktere Lösungen erfordert deshalb auch die Absicherung der Gefahrenbereiche. Speziell für Anwendungen mit besonders geringem Bauraum hat der Sensorikspezialist Sick aus Waldkirch im Schwarzwald deshalb jetzt die Sicherheitslaserscanner der Baureihe S300 Mini vorgestellt, deren Bauhöhe von nur 116 Millimeter eine Installation bei minimalem Platzbedarf ermöglicht.

Die Produktfamilie erfüllt die sicherheitstechnischen Anforderungen des Performance Leveld nach EN ISO 13849 sowie von SIL2 nach IEC 61508 und entspricht den Anforderungen an optoelektronische Schutzeinrichtungen gemäß Typ3 der IEC 61496. Zugleich ist die Baureihe so flexibel konzipiert, dass sie den Anforderungen unterschiedlichster Einsatzbedingungen und Anwenderwünsche gerecht wird. So eignen sich die berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen gleichermaßen zur Bereichsabsicherung an stationären Maschinen wie für die Hinderniserkennung bei autonomen mobilen Fahrzeugen.

Um möglichst viele Anwendungsfälle abdecken zu können, sind die Sicherheitslaserscanner in zwei Varianten erhältlich. Die Version S300 Mini Standard haben die Schwarzwälder als sicherheitstechnische Basislösung für stationäre und mobile Anwendungen konzipiert, bei denen es auf minimalen Platzbedarf ankommt. Der Scanner bietet ein 270-Grad-Schutzfeld mit einer Reichweite von zwei Meter, innerhalb dessen ein Dreifach-Feldsatz mit einem Schutz- und zwei Warnfeldern programmiert werden kann. Ein Paar von OSSD-Ausgangsschaltelementen (Output Signal Switch Device) dient als direkter Schaltausgang zur Maschinen- oder Fahrzeugsteuerung. Damit eignet sich die zuverlässige Komponente für einfache Aufgabenstellungen wie beispielsweise als verschleißfreier Ersatz für taktile Schaltmatten, als platzsparender sicherer Sensor zur Heck- oder Seitenabsicherung von größeren fahrerlosen Transportfahrzeugen oder zur Fahrwegüberwachung von schienengebundenen Transferplattformen für Paletten oder Gitterboxen, wie sie unter anderem in Regallagern zur Palettensortierung oder Stellplatzoptimierung eingesetzt werden.

Flexible Programmierung

Die Anforderungen komplexerer Sicherheitsapplikationen erfüllt der Sicherheitslaserscanner S300 Mini Remote. Das Gerät unterscheidet sich äußerlich wie auch bei Scanwinkel und Reichweite nicht von der Standard-Version, bietet aber deutlich mehr automatisierungstechnische Möglichkeiten. So lassen sich mit dem Gerät bis zu 16 Dreifach-Feldsätze und bis zu 32 Überwachungsfälle realisieren. Damit eignet sich der Scanner selbst für anspruchsvollste Anwendungen, die ein häufiges situatives Reagieren auf unterschiedliche Umweltbedingungen erfordern, wie beispielsweise bei Fahrerlosen Transportsystemen.

Statt lokaler OSSDs besitzt der S300 Mini Remote eine EFI-Schnittstelle der neuesten Generation, die EFI extended. Diese Schnittstelle erlaubt es, mit Hilfe des Safety Controllers der Sicherheitssteuerung FlexiSoft von Sick und einer einheitlichen Bediensoftware bis zu vier berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen in einem Netzwerk zusammenzufassen, wie etwa zwei S3000 Expert und zwei S300 Mini Remote, und so auch komplexe Absicherungsaufgaben umzusetzen.

Einfache Vernetzung

Die Vernetzung per EFI extended reduziert dabei den Verdrahtungsaufwand erheblich und vereinfacht die Installation. Zudem wird die Steuerung FlexiSoft zum zentralen IO-Modul für die Konfiguration und Diagnose aller angeschlossenen Sicherheitslaserscanner und zur zentralen Systemschnittstelle für die überlagerte Anlagen- bzw. Fahrzeugsteuerung. Zugleich erlauben Erweiterungsmodule die Einbindung unterschiedlichster taktiler, elektromechanischer und berührungslos wirkender Sicherheitssensoren verschiedener Hersteller.

Dynamischer Wechsel

Im Betrieb ermöglicht das sichere Netzwerk ein intelligentes Umschalten der Feldsätze der einzelnen Scanner – abhängig von den jeweiligen Betriebszuständen, Geschwindigkeiten und Randbedingungen. Die dynamisch umschaltenden Feldsätze kombinieren ein Höchstmaß an Sicherheit mit bestmöglicher Fahrzeugeffizienz. Zudem ermöglicht die FlexiSoft-Steuerung die Auswertung zusätzlicher Sicherheitssensoren wie Not-Aus-Taster, Reset-Schalter oder Lichtvorhänge. Konkrete Beispiele für den Einsatz von vernetzten Sicherheitslaserscannern S300 Mini Remote liefern unbemannte Gabelstapler oder schienengebundene Querverteilwagen, deren Fahrwege und Bewegungsbereiche gegen Kollisionen mit Personen oder Hindernissen zu überwachen sind.

Aber auch stationäre Lösungen sind mit dem S300 Mini möglich, wie zum Beispiel die Absicherung von Thermoformpressen, die von mehreren Seiten zugänglich sind und auf denen unterschiedlich große Werkstücke bearbeitet werden. Beides erfordert allerdings die Integration mehrerer Geräte per EFI extended in ein FlexiSoft-Netzwerk und die Einrichtung mehrerer Feldsätze und Überwachungsfälle auf den Sicherheitslaserscannern.bt

Erschienen in Ausgabe: 08/2011