Vernetzte Simulation

Das Release 18 von Ansys spiegelt grundlegende Trends in der Industrie wieder. Dazu gehören die Entwicklung eines digitalen Zwillings, der über das Internet mit einem realen Gegenstück vernetzt ist, sowie die Entwicklung spezialisierter Apps. Sogar einen Ansys App Store gibt es jetzt.

13. Februar 2017

Mit dem Release 18 will das gleichnamige Unternehmen die Grenzen der Simulation ausweiten - "Pervasive Engineering Simulation" (etwa: allgegenwärtige Simulation) nennt man das bei Ansys. Damit ist vor allem gemeint, dass sich Ansys im ganzen Lebenszyklus eines Produkts nutzen lässt: „Diese funktionsreiche Version erweitert die Grenzen der Simulation im Vorfeld des Entwicklungsprozesses durch digitale Forschung und im Anschluss durch den Einsatz von Digital Twins sowie die Ausdehnung der Simulation auf Betrieb und Wartung der Produkte“, erklärt Thomas Zanzinger, Geschäftsführer von Ansys Germany.

Dazu gehört die Anwendung von Ansys bei einem "digitalen Zwilling", der zunehmend für Simulationsanwendungen verwendet wird. Koppelt man solche Zwillinge über IoT-Plattformen wie GE Predix oder PTC ThingWorkx an eine mit entsprechenden Sensoren versehene reale Anlage, kann diese Kenndaten wie Temperatur, Vibration, Aufprall und Kräfte an den Zwilling zurückmelden. Ansys soll sich dann nutzen lassen, um zum Beispiel bessere Betriebsparameter zu wählen oder Wartung zu veranlassen.

 

Eine besonders wichtige Nutzung von Ansys ist das Prüfen von Konzepten zu einem frühen Zeitpunkt in der Produktentwicklung. Simulationen möglicher Produktvarianten zeigen die Produktperformance in Hinsicht auf Merkmale wie Stärke, Leistung, thermische und elektrische Eigenschaften, Druck und Durchflussrate. „Neue Technologien und sich verändernde Kundenerwartungen treiben einen grundlegenden Umbruch bei der Herstellung und Vermarktung von Produkten voran. Die Simulation spielt dabei eine entscheidende Rolle, weil sie Ingenieuren die benötigten Mittel zur Verfügung stellt, Produkte während des gesamten Lebenszyklus zu optimieren und umzugestalten“, fasst Thomas Zanzinger zusammen.

Dazu gehören erweiterte Fähigkeiten für Systemsimulation . Mit dem Simplorer 18.0 lassen sich jetzt komplette elektrische Systeme entwickeln. Dabei unterstützt Ansys die Co-Simulation mit anderen Anwendungen nach dem FMI-Standard (Functional Mock-up Interface) sowie die Einbindung anderer Ansys-Module für Mechanik, Fluid und Elektromagnetik.

Eine weitere prominente Weiterentwicklung von Ansys ist die Einführung von "Apps" sowie einem zugehörigen Application Builder. Letzterer soll auf einfache Weise auch Nichtprogrammierern ermöglichen, spezialisierte Simulationsanwendungen zu entwickeln. Mit solchen Apps können auch Mitarbeiter, die selbst keine Simulationsspezialisten sind, vorbereitete Simulationsanwendungen mit wechselnden Parametern ausführen. In dem neuen Appstore ist eine Auswahl solcher Programme erhältlich.

Auch Ansys AIM wurde weiterentwickelt. Ansys empfiehlt diese Software als einfacher zu bedienende Variante, die viele vorbereitete Workflows mitbringt und die wichtigsten Gleichungslöser unterstützt. In Ansys 18 wurden die Möglichkeiten von Ansys AIM zur magnetischen und thermischen Analyse von elektromagnetischen Komponenten wie Transformatoren erweitert. Außerdem wurde die Kompatibilität zu anderen Mechanik- und Fluidanwendungen von Ansys erweitert. Das ermöglicht, solche Projekte in Ansys AIM anzufangen und später in Simulationstools mit größerem Funktionsumfang fortzuführen.