Vernetzte Welten

Pneumatik - Elektrik trifft Pneumatik in mechatronischer Automatisierungs-Landschaft. Mit anderen Worten: Pneumatik liegt weiter im Trend. Allerdings gestärkt durch Feldbus, Ethernet & Co und sensibilisiert durch jede Menge Sensorik. Also: der Kreativität der Entwickler sind kaum Grenzen gesetzt.

14. Dezember 2005

Ganz nach dem Erfolgsrezept der Mechatronik steht heute das konsequente Ausnutzen der Synergien zwischen den einzelnen Disziplinen im Vordergrund. Die richtige Kombination der Einzeltechnologien erleichtert die mechatronische Menüwahl. Gerade für die Fluidtechnik gilt mehr denn je dieser interdisziplinäre Ansatz. Pneumatik und Elektronik wachsen immer enger zusammen. Es zeigt sich, dass die Fluidtechnik, die als Zulieferindustrie im ständigen Wettbewerb mit anderen Antriebstechnologien steht, nicht verdrängt wird. Die Pneumatik wird vielmehr veredelt. Keine Antriebstechnologie bietet solche Robustheit, hohe Kraftdichte, einfache Bedienung und Ansteuerung - bei einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit der entsprechenden Sensorik und Ventiltechnik erreicht die Pneumatik die Eigenschaften der geregelten Antriebstechnik - die freie Positionierbarkeit. Beim schnellen Kraftaufbau beispielsweise mit einem Servomotor und beim genauen Positionieren haben elektrische Antriebe eindeutig die Nase vorn. Da stehen dann als Ergänzung pneumatischer Antriebe elektrische Ausleger-, Spindel- und Zahnriemenachsen bis hin zu Mehrachslösungen genauso auf der Speisekarte wie Getriebe, Servo- oder Schrittmotoren mit Reglern und Positioniersteuerungen.

Elektrisches Terminal

Jedoch eröffnet die Kombination der Fluidtechnik mit anderen Technologien die Chance, integrierte Gesamtlösungen zu schaffen - davon profitieren alle Kunden, die die Automation mit ihren vielen Facetten effizient nutzen wollen. Die Kreativität der Entwickler und Ingenieure in der Pneumatik ermöglicht vernetzte Welten - mit Feldbus, Ethernet, AS-Interface oder Industrie-PCs. Schon vereinfacht CPX, das elektrische Terminal für Ventilinseln die Kommunikation zwischen Sensoren, Ventilinseln und elektrischer Steuerungsebene. Solche Lösungen bringen sogar noch den Einsatz direkt an der Maschine, verringern damit das Einbauvolumen und beschleunigen die Taktzeiten. Und Anbieter von Automatisierungstechnik, die etwas auf sich halten, lassen ihre Kunden bei der Auswahl der richtigen Lösung nicht im Regen stehen. Ein hochmodulares, flexibles mechatronisches Baukastensystem lässt keine Wünsche offen. Leicht gelingt damit die harmonische Erfüllung vieler Ansprüche, nämlich die erfolgreiche Integration vieler Funktionen und der Abbau externer Schnittstellen. Damit einher geht die höhere Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Vereinfachung der Installation - einfach plug and work. Mit der Vereinheitlichung von Schnittstellen und Funktionalität gelingt der Brückenschlag zwischen Pneumatik und Elektronik. Erfolgreiches Beispiel dieser Kombination ist eine servopneumatische Achse, die bei einer Wiederholgenauigkeit im Bereich einiger Zehntelmillimeter genauso gut Positionieraufgaben wahrnehmen kann wie eine rein elektrische Achse - nur viel einfacher und kostengünstiger. Doch damit nicht genug: Ein kompletter mechatronischer Handhabungsbaukasten bietet eine Vielzahl von Achscontrollern, Achs-Interfaces, Servoventilen und entsprechenden kolbenstangenlosen Linearantrieben - der Kreativität und den intelligenten Kombinationen in der Mechatronik sind keine Grenzen gesetzt. Anwendern kommt es auf die wirtschaftlichste und technisch sinnvollste Automatisierungslösung an, egal ob sie aus elektrischen, pneumatischen oder servopneumatischen Antrieben besteht. Nur wer alle Antriebslösungen anbietet, kann diesen Kundenwünschen nachkommen. Ein überzeugender Anbieter von Automatisierungstechnik ist erst der, der alle Schnittstellen und Geometrien gleichermaßen beherrscht.

Dr.-Ing. Ansgar Kriwet, Festo

Erschienen in Ausgabe: Wer macht was?/2005