Vernetzung demonstrieren

Spezial Elektrisch Automatisieren

Industrie 4.0 – Harting hat sich sehr intensiv der Integrated Industry verschrieben. In der eigenen smarten Demo-Fabrik HAII4YOU finden sich viele Elemente daraus wieder, aber auch konkrete Produkte aus vielen Automatisierungsfeldern.

10. November 2015

Integrated Industry verbindet Automatisierungs- und Informationstechnik und ermöglicht neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen oder eine Steigerung von Zuverlässigkeit und Produktivität. Die smarte Demo-Fabrik »Harting Integrated Industry for You«, kurz HAII4YOU, des Espelkamper Anbieters weist dies nach und unterstützt mit speziellen Produkten die damit verbundenen Trends wie Modularisierung, Miniaturisierung und Digitalisierung, Identifizierung und vertikale Integration.

Die perfekte Schnittstelle für flexibles und modulares Maschinenlayout in integrierten Anwendungen ist der Steckverbinder Han-Modular. Er besteht aus Gelenkrahmen verschiedener Baugrößen, die der Kunde vollkommen individuell mit unterschiedlichen Modulen bestücken kann, um sie dann in passende Gehäuse zu verbauen. Es gibt Module zur Daten- sowie Signalübertragung, Leistungsanbindung, Integration von Pneumatik und Verbindung von Lichtwellenleitern.

Flexible Fabrik

Dank der mehr als 50 Varianten lässt sich mit einem einzigen Steckverbinder nahezu jede elektrische Verbindung realisieren. Dies bedeutet Bedienerfreundlichkeit und Zeitersparnis bei der Neukonfiguration einer Maschine. Ein Fertigungsmodul wird mit einem Steckvorgang mit der Maschine verbunden und die Versorgung einer Einheit gelingt mit nur einer Schnittstelle. Das spart Aufwand, Kosten und Zeit.

Weil er so oft gesteckt und gezogen wird, schafft Han-Modular als HMC-Ausführung (High Mating Cycles) bis zu 10.000 Steckzyklen. Um das perfekte Zusammenspiel zu unterstreichen, werden die Steckverbinder in smarten Fabrik nicht nur verwendet, sondern auch zusammengebaut.

Damit die Werkstücke genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden, ermöglichen die intelligenten Stoppstellen in der HAII4YOU Factory einen autonomen Betrieb von Warentransfersystemen. Diese Cyber Physical Systems (CPS) im Sinne von Industrie 4.0 sind klein, robust, modular und schnell und einfach in der Bedienung. Sie sind zudem dezentral verbaut und an die drei Lebensadern Power, Signal und Data angeschlossen. Für Gehäuseanschluss und Innenverkabelung bietet Harting ganz im Sinne von Modularität und Flexibilität widerstandsfähige Push-Pull-Steckverbinderlösungen.

 

Um die Stoppstelle möglichst klein und platzeffizient zu halten, kommen im Inneren des Gehäuses Steckverbinder der Familien har-flex und har-flexicon zum Einsatz. Sie machen in Kombination mit den Geräteanschlüssen bereits jetzt eine freie Skalierbarkeit dezentraler Rechensysteme möglich und kommen damit dem Trend der Miniaturisierung nach.

Besonders klein ist auch die Harting Infrastrukturbox. Sie zeigt, wie sich der Aufbau vom Schaltschrank mit hutschienenbasierten Automatisierungsgeräten zu einem hochintegrierten Gerätedesign weiterentwickelt. Für ein erfolgreiches Plug & Produce versorgt sie die Automatisierungsmodule mit Daten, Signalen und Energie. Gleichzeitig soll sie wesentliche Managementfunktionen übernehmen und einen hoch verfügbaren Betrieb bei maximaler Flexibilität und minimalem Aufwand ermöglichen. Die Baugröße wurde um 85 Prozent reduziert. Damit entwickelt sich die Box zum smarten T-Verteiler mit leistungsfähiger Embedded-Elektronik. Der Anschluss der Maschinenmodule an die Infrastruktur erfolgt in der HAII4YOU Factory standardisiert über die Han-HMC-Steckverbinder.

Universell einsetzbar ist die Infrastrukturbox durch einheitliche und herstellerübergreifende Schnittstellen sowie integrierte elektronische Schalt-, Warn- und Schutzfunktionen.

Ein Min-Max-Wächter überwacht Spannung, Strom oder Leistung und schafft so die Basis für Condition Monitoring. Über ein integriertes Webinterface lassen sich Ausgänge ein- oder ausschalten und die Daten des OPC-UA-Servers abrufen.

Eindeutig erkennen

Zur eindeutigen, automatisierten Objekterkennung kommt die drahtlose Identifikationstechnik UHF RFID zum Einsatz, bei der Transponder mit eindeutiger ID ohne direkten Sichtkontakt funktionieren und der Anwender Informationen direkt am Objekt hinterlegen und abfragen kann.

An jeder Bearbeitungsstation innerhalb der HAII4YOU Factory wird die ID mit Hilfe des neuen RFID Readers Ha-VIS RFR300 erkannt. Dieser 2 Port Reader ist speziell für den robusten, individuellen Industrie- und Bahneinsatz konzipiert und setzt auf der neuen Integrated Industry Computer Modular Industry Computing Architecture (IIC MICA) auf. Diese industrietaugliche, robuste, modulare Plattform ist leistungsstark und lässt sich schnell an viele industrielle Anwendungsbereiche anpassen.

Als Hardwareplattform dient die MICA Computing Appliance, ein kompakter Computer, der mittels kundenspezifischer Funktionsplatinen Schnittstellen für Feldbusse, USB, RFID oder BLE zur Verfügung stellt. Die Plattform kombiniert ein staub- und spritzwasserdichtes Aluminium-Druckgussgehäuse mit hoher Rüttel und Stoßfestigkeit. Die kompakten Komponenten sind auf eine sehr hohe Lebensdauer unter rauen Industriebedingungen ausgelegt. Dank der standardmäßig verbauten Industriesteckverbinder sind sie leicht in existierende Anlagen nachzurüsten.

Ein optimiertes Linux-System mit Harting Virtual Industrial Computing macht es möglich, Anwendungen auch auf einem Feldgerät ohne Overhead zu virtualisieren. Alle MICA-Anwendungen laufen in Containern, die alle notwendigen Bibliotheken und Treiber enthalten. Somit gehören Paketabhängigkeiten, Inkompatibilitäten und negative Effekte zwischen Anwendungen der Vergangenheit an.

Auf einen Blick

HAII4YOU Factory

- Modular, schnell, einfach in der Bedienung.

- Dezentrale Kommunikation von Maschinenelementen.

- Frei skalierbar durch ein großes Produktportfolio.

- Robust und industrietauglich.

Erschienen in Ausgabe: 08/2015