Verpacken, aber sicher

Technik Sicherheitstechnik

Sichere Automation – Verpackungsmaschinen sind von jeher komplexe und dynamische Einheiten, bei denen Sicherheit eine große Rolle spielt. Wie gut, dass sich Hersteller und Anwender auf Sicherheitssysteme wie das PNOZmulti von Pilz verlassen können.

17. August 2016

Gerade im Verpackungsbereich, wo Personen den Maschinen sehr nahe kommen, spielt das Thema Sicherheit eine übergeordnete Rolle. Betrachtet man die unterschiedlichen Industrien, in denen Produkte verpackt werden müssen, so sind auch die Anforderungen und Richtlinien sehr vielfältig und in jeder Branche unterschiedlich. Eines aber haben alle Bereiche gemeinsam: Den Anforderungen entsprechend müssen auch die Anlagen ausgelegt sein. Darum sind komplette, flexible und offene Automatisierungslösungen gefordert, mit ihnen lässt sich mit Blick auf das Verpacken und Palettieren ein hoher Standard für alle Industrien einfach umsetzen.

Neben dieser Produktivität ist es die Sicherheit, die überall hohen Stellenwert einnimmt. Das ist beim österreichischen Verpackungs- und Palettierspezialisten Statec Binder nicht anders. »Vor allem im Verpackungsbereich spielt das Thema Sicherheit eine übergeordnete Rolle. Auf Seiten der Sicherheitstechnik war uns schon immer wichtig, auf renommierte Unternehmen mit ausgereiften Produkten zu setzen. Für unsere Verpackungs- oder Palettieranwendungen setzen wir hier in erster Linie auf Pilz«, sagt Werner Fürndrath, Abteilung E-Technik und MSR bei Statec Binder.

Darum kommt dort das konfigurierbare Steuerungssystem PNOZmulti von Pilz zum Einsatz. Es ist in den Anlagen zentrale Anlaufstelle für alle Sicherheitsaufgaben. Mittels Bussystem ist das PNOZmulti mit der Maschinensteuerung verbunden und ermöglicht so eine Visualisierung von Fehlermeldungen auf den Displays. Bei Bedarf wird es über ein Zusatzmodul einfach erweitert.

Umbauten schnell umsetzen

Dabei ist das Steuerungssystem flexibel: Sollten kurzfristig Umbauten oder spätere Änderungen vorgenommen werden, lassen diese sich über ein Zusatzmodul hardwareseitig erweitern. Über die dazugehörige Software, den PNOZmulti Configurator, können diese Änderungen auch in und über die Software schnell und einfach angepasst werden. »So sehen wir Erweiterungen von zusätzlichen Schutztürkontakten, Seilschaltern, Not-Aus-Tastern oder Lichtgittern sehr gelassen entgegen«, sagt Fürndrath.

Darüber hinaus integriert Statec Binder die sichere Sensorik PSEN von Pilz in seine Maschinen. Zu diesen gehören die berührungslosen Sicherheitsschalter PSENmag für die sichere Überwachung von Schutztüren. »Berührungslos deshalb, weil wir in der Vergangenheit die Erfahrungen gemacht haben, dass dies für Schutztürlösungen die beste Variante ist«, so Fürndrath.

Bewegungen stillsetzen

Die PSENmag dienen der Stellungsüberwachung von trennenden Schutzeinrichtungen nach EN 60947-5-3 und der Positionsüberwachung. Dabei spart die kompakte Bauform Platz bei der Installation.

Mit den Sicherheitsschaltern lassen sich gefahrbringende Maschinenbewegungen stillsetzen, ein Wiederanlaufen wird verhindert. Stecker und Kabel für alle Montage- und Anfahrrichtungen sowie ein gesicherter Schaltabstand von drei bis zehn Millimeter ermöglichen einen flexiblen Einbau und eine schnelle, bequeme Installation. »Bei den Türkontakten sind M8-Stecker integriert. Dadurch sind wir wiederum bei der Verkabelung flexibel. Wenn der Türkontakt beispielsweise ausgetauscht werden muss, stecken wir den neuen Schalter einfach wieder an und müssen uns nicht um die Verkabelung kümmern«, so Fürndrath.

Dazu sind sie für erhöhte Anforderungen geeignet. »Die Verpackung staubiger Produkte ist ein Bereich, der immer häufiger mit ATEX-Komponenten, also Komponenten für den Explosionsschutz, gelöst wird. Der PSENmag von Pilz sind auch in ATEX-Ausführung erhältlich. Für uns ist eben nicht nur der richtige Hersteller mit den richtigen Produkten entscheidend, sondern auch der Hersteller mit den entsprechend zertifizierten Produkten. Nur so können wir auch weltweit liefern.«

Handelt es sich um eine Maschine, die auch die Funktion einer Palettieranlage erfüllt, kommen zudem noch Lichtgitter PSENopt, ebenfalls von Pilz, zum Einsatz. Je nach Anforderung müssen Lichtschranken Finger-, Hand- oder Körperschutz gemäß EN/IEC 61496-1/-2 abdecken. Auch umfangreiches Zubehör und erweiterte Funktionalitäten wie Muting, Blanking oder Kaskadierung machen Maschinen flexibel. Die Lichtschranken in den Palettieranlagen von Statec Binder haben eine Mutingfunktion, damit die Paletten austransportiert werden können, dabei aber Personen in diesem Bereich keiner Gefahr ausgesetzt sind.

Flexibel einsetzen

Für kleinere Anwendungen wie eine Verschließmaschine am Ende einer Verpackungsanlage setzt Statec Binder auf das konfigurierbare Sicherheitsschaltgerät Pilz PNOZmulti Mini. »Für solche Anwendungen reicht auch eine kleinere Steuerung: nähen, abschneiden und verschweißen – PNOZmulti Mini überwacht und steuert die Maschine, die somit für alle möglichen Sack-Materialien geeignet ist«, erklärt Fündrath.

Trotz seiner kleinen und kompakten Bauart bietet das PNOZmulti Mini 20 sichere Eingänge sowie vier sichere Halbleiterausgänge und Taktausgänge. Über die Überwachung von Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt, von Schutztüren oder Lichtschranken hinaus kann es durch seine Logikfunktionen auch Aufgaben der Maschinensteuerung übernehmen.

Das nur 45 Millimeter breite Gerät lässt sich über das Softwaretool PNOZmulti Configurator konfigurieren und wurde vor allem auch für den Einsatz in Einzelmaschinen konzipiert. Wie beim PNOZmulti wird das Anwenderprogramm auf einer Chipkarte abgespeichert und lässt sich damit auf einfache Weise von einem Gerät auf ein anderes übertragen. Komfortable Diagnosemöglichkeiten garantieren eine hohe Verfügbarkeit. Das spart Zeit und Kosten, da vor allem für den Gerätetausch kein Softwaretool benötigt wird.

 

Auf einen Blick

Statec Binder

• 1979 gegründet, Sitz in Gleisdorf (Österreich).

• Verpackungsmaschinen für Polyethylen-, Polypropylen- und Papiersacklösungen sowie Hochlagen- und Roboter-Palettieranlagen.

• Komplette Verpackung von Produkten über das Wiegen bis hin zur Lagervorbereitung.

• Modifizierte Maschinen, zudem Risikoanalyse und CE-Kennzeichnung gesamter Anlagen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2016