Verstärkung für das Flaggschiff

CAD CAM

Datenmanagement – Seit über 20 Jahren ist Contact Software mit seiner Lösung CIM Database eine feste Größe im PLM-Markt. Nun erweitert das Bremer Unternehmen seine Produktpalette um neue Lösungen für kollaboratives Engineering und Projektmanagement.

21. März 2011

Contact Software wurde im Jahr 1990 gegründet, um ein CAD- und ERP-unabhängiges Produktdatenverwaltungssystem zu entwickeln und zu vertreiben. Firmengründer Karl Heinz Zachries ist bis heute Geschäftsführer des Unternehmens, das sich von einem Startup mit drei Mitarbeitern – darunter Co-Geschäftsführer Ralf Holtgrefe als Student in der Softwareentwicklung – zu einer renommierten Größe im PLM-Markt mit über 120 Mitarbeitern entwickelt hat.

2010 wurde ein Umsatz von ca. 11,5 Mio. Euro erzielt (ohne Partnerprodukte und Beteiligungen) und Contact um weitere 20 Mitarbeiter verstärkt. Zu den Aussichten meint Zachries: »Unser Auftragsbestand reicht bis 2012, was uns eine verlässliche Planung und Wachstum in allen Bereichen ermöglicht. So wollen wir in diesem Jahr weitere 20 bis 30 neue Mitarbeiter einstellen.«

CIM Database ist ein offenes PDM/PLM-System, das mit einer breiten Palette von CAD- und ERP-Systemen zusammenarbeitet. Eine Office- und Outlook-Synchronisation ist ebenfalls verfügbar.

Produktdiversifizierung

War Contact Software lange Zeit eine »Ein-Produkt-Company«, so hat sich das in den letzten zwei Jahren radikal geändert und das Unternehmen bietet nun drei komplementäre Produkte an, neben CIM Database sind dies Project Office und Contact Workspaces. Ausgelegt für das Programmanagement und das kollaborative Projektmanagement eignet sich Project Office besonders für Engineering- und Entwicklungsprojekte.

Hier steht zu Beginn eines Projektes oft überhaupt noch nicht fest, wie sich ein Produkt genau zusammensetzen wird und welche Funktionen und Komponenten die vorgegebenen Anforderungen erfüllen werden. Insofern stehen Flexibilität, Selbstorganisation und Kollaboration im Mittelpunkt der durch Project Office unterstützten Projektmethodik. Anforderungen, Lieferobjekte, Prüfkriterien oder auch Quality Gates dienen dazu, das »Was« statt das »Wie« zu beschreiben und lassen so Freiräume, die für Entwicklungsprojekte unabdingbar sind.

Eine weitere wichtige Funktion ist das Controlling durch die Abbildung des Projektstandes in Echtzeit; diese Information sollte jedoch nicht nur dem Projektmanager, sondern auch dem gesamten Entwicklungsteam zur Verfügung stehen. Dazu gehört, dass Soll- und Ist-Vorgaben jederzeit miteinander verglichen werden können.

Mit Workspaces hat sich Contact die Zusammenarbeit von internen, aber auch in externen Entwicklerteams auf die Fahnen geschrieben. Contact Workspaces zeichnet zwei besondere Konzepte aus: Gerade in den frühen Entwicklungsphasen können Entwickler ohne unnötigen administrativen Overhead ihre Daten und Dokumente organisieren und gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten, also kollaborieren.

Da ein Workspace die Produktdaten als Container zusammenfasst und ein Inhaltsverzeichnis mitführt, eignet sich dieser zudem auch gut für die Kollaboration über Organisations- und Systemgrenzen hinweg. Dies ist besonders wertvoll, wenn Firmen so eng zusammenarbeiten wie dies beispielsweise zwischen Automobilhersteller und Tier 1-Supplier üblich ist.

Der klassische Datenaustausch entspricht eher dem Bild des »Über-die-Mauer-Werfens«. Ergebnisse oder Zwischenergebnisse müssen hierbei aufwendig in den eigenen Bestand eingepflegt werden. Bei Änderungen wächst sich die notwendige Synchronisation schnell zu einem Albtraum aus.

Workspaces lassen sich dagegen flexibel nutzen. Im Container, der innerhalb eines Entwicklerteams geteilt werden kann, befinden sich alle Daten. Der Workspace Manager, den der Konstrukteur ähnlich dem Windows Explorer nutzt, unterstützt alle führenden CAD-Systeme. Unterschiede zwischen verschiedenen Ständen eines Workspace werden übersichtlich dargestellt, sodass beispielsweise beim Einchecken schnell deutlich wird, ob und worin sich zwei Stände unterscheiden.

Die Synchronisierung der Container zwischen Kunde und Lieferant kann über verschiedene Medien erfolgen, von E-Mail oder EDI bis hin zum Webportal oder einer Engineering Cloud-Lösung.

Zwischenstände speichern

Workspaces ermöglicht zudem das Anlegen von Snapshots, bei denen der aktuelle Stand der Daten festgeschrieben wird. So lässt sich später durch einen einfachen Vergleich des aktuellen Standes mit dem Snapshot der Stand der Entwicklung ablesen. Ein Anwender kann mehrere Container parallel anlegen, um Kunden, Projekte, Produkte oder Varianten voneinander getrennt zu halten und jeweils im passenden Kontext zu arbeiten.

»Unsere Workspaces-Architektur stellt die Frage, wie die Entwickler komplexer Produkte optimal unterstützt werden können, vom Kopf auf die Füße«, so Karl Heinz Zachries. »Entwickler brauchen einfache und intelligente Werkzeuge, die ihre Innovationskraft stärken statt sie auszubremsen. Der Schlüssel besteht darin, sich arbeitsteilig selbst und in Teams organisieren zu können und so die hohe Komplexität bedarfsgerecht zu filtern«.

Erschienen in Ausgabe: 02/2011