Verstellen mit Köpfchen

Spezial

Verstelleinheit – Mit der manuellen Verstelleinheit Domiline hat IEF-Werner ein Baukastensystem mit elektronischer Positionsanzeige und Busschnittstelle im Programm, das unzählige Varianten an flexiblen Vorrichtungen ermöglicht.

30. September 2016

Verstelleinheiten sind beliebte Komponenten zum genauen Justieren und Positionieren. Diese Vorrichtungen werden üblicherweise in Maschinen und Anlagen eingebaut, die oft umgerüstet werden, ein anderes großes Einsatzgebiet ist die Verwendung im Labor. Sie sind zur Stelle, wenn es gilt Messkameras einzustellen, Brenndüsen zu fokussieren oder Sensoren zu verfahren.

Für diesen Zweck sind die manuellen Verstelleinheiten von IEF-Werner aus Furtwangen im Schwarzwald die richtige Wahl. Seit vielen Jahren werden die spindelgetriebenen Komponenten aus Aluminium in zahlreichen Branchen eingesetzt. Domiline ist modular, leicht umzurüsten und laut Hersteller sehr vielseitig. Da die Anforderungen an die effektive Handhabung von Betriebsmitteln immer spezieller werden, hat Automatisierungsspezialist IEF-Werner jetzt eine Möglichkeit geschaffen, die die Einstellarbeiten – vor allem bei häufig wechselnden Positionen – drastisch vereinfachen kann.

Positionen merken

Möglich macht dies die neue busfähige elektronische Positionsanzeige, mit der sich die Verstelleinheit ihre Position merken kann, und die völlig neue Möglichkeiten eröffnen soll. Sie lässt sich an alle linearen und rotativen Verstelleinheiten der Domiline-Familie anbauen und sogar nachrüsten. Um die Positionen schnell und effektiv einzustellen, muss der Bediener lediglich den Sollwert mit dem Istwert vergleichen. Beide Werte werden am zweizeiligen LCD-Display angezeigt. Die obere Zeile ist für die aktuelle Position der Verstelleinheit bestimmt, die zweite Zeile zeigt die Zielposition an, die vom Server übermittelt wurde. Auf dem Server werden alle Parameter gespeichert, die zur Produktion des gewünschten Artikels eingestellt werden müssen.

Der Bediener dreht am Stellelement der Verstelleinheiten und verändert somit den Istwert. Sobald der Istwert und der Sollwert übereinstimmen, signalisiert eine LED die korrekte Position. Dabei kann der Bediener die Position bis auf drei Stellen nach dem Komma ablesen. »Die Domiline zusammen mit der elektronischen Busanzeige reduziert die Rüstzeiten, beispielsweise bei Formatverstellung, um bis zu 30 Prozent«, sagt Fritz Wehinger, Produktmanager bei IEF-Werner. »Dies steigert die Effizienz der Maschine deutlich.«

Seit der Markteinführung vor fast 25 Jahren werde der Funktionsumfang der Domiline-Familie kontinuierlich erweitert. »Dabei achten wir immer darauf, dass unsere Innovationen stets rückwärtskompatibel sind«, berichtet Fritz Wehinger weiter. Demzufolge können alle Domiline-Einheiten jederzeit mit der elektronischen Busanzeige nachgerüstet werden und das ohne großen Aufwand. »Ein weiterer großer Vorteil der Schnittstelle ist die Möglichkeit, die eingestellten Positionen zu überwachen. Dies ist besonders nützlich, wenn es um Qualitätssicherung oder auch um Nachweisdokumentation geht.«

Mit der neuen elektronischen Busanzeige kann etwa problemlos sichergestellt werden, dass alle Positionen bei Produktionsstart korrekt eingestellt wurden. Außerdem lässt sich gewährleisten, dass die Position sich während der Produktion nicht verstellt hat. Dies wird durch Vibrationen verursacht, falls der Bediener vergessen haben sollte, die Verstelleinheiten mit dem Klemmhebel zu fixieren.

Vorteile verbinden

Gab es zu dieser Lösung Alternativen? Fritz Wehinger: »Wir wollten zuerst einen Drehgeber verwenden, der die Position an die Steuerung sendet. Zusätzlich wollten wir eine mechanische Anzeige einsetzen, um die Position am Versteller sicherzustellen.« Die neue elektronische Positionsanzeige verbindet beides in einem.

»Auf dem Markt wird die so optimierte Verstelleinheit sehr gut angenommen«, freut sich der Produktmanager. »Denn Prozesssicherheit wird für sehr viele Betriebe zu einem immer wichtigeren Thema.«

Auch im Hinblick auf Industrie 4.0 stellt die neue busfähige elektronische Positionsanzeige eine effiziente Lösung dar. Denn diese Vision ist in der Fertigungs- und Montagebranche schon lange kein Fremdwort mehr. Konkret geht es dabei um dynamisch angepasste Montageprozesse. »Dynamisch« bedeutet in diesem Zusammenhang, verschiedene Produktionsparameter während der Fertigung ständig an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Darauf spezialisierte Kommunikationssysteme erfassen individuelle Messdaten, verarbeiten diese blitzschnell und passen die damit verbundenen Prozesse dynamisch an. »Domiline mit der angebauten busfähigen elektronischen Positionieranzeige ermöglicht die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine«, erklärt Fritz Wehinger.

Eine weitere Neuheit ist ein Faltenbalg, der die Spindel in öliger oder schmutziger Umgebung zuverlässig schützt. Überdies entwickelt IEF-Werner eine Lösung, die es erlaubt, bestimmte Domiline-Modelle mit günstigen Schrittmotoren oder universellen Servomotoren nachzurüsten. Dieses Upgrade soll die Einsatzmöglichkeiten der Verstelleinheiten deutlich erweitern. mk

Erschienen in Ausgabe: 07/2016