Verteilte Sicherheit

Industrieelektronik

Anschlusstechnik – Mit feinmodularem und feldbusunabhängigem Design tragenmoderne I/O-Systeme den Anforderungen an dezentrale Feldbussysteme Rechnung. Optimiert für prozessnahe Kommunikation durch Skalierbarkeit und Integrationsdichte.

08. November 2010

Im industriellen Anlagenumfeld beträgt der Anteil an sicheren Ein- und Ausgängen, die räumlich stark verteilt sind, in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent. Seit mehr als sieben Jahren bietet die Firma Wago mit ihrem I/O-System 750 die Möglichkeit, sicherheitsrelevante Signale über Profisafe-Busklemmen direkt in die Automatisierung zu integrieren. Es werden dazu keine zusätzlichen oder speziellen Koppler benötigt, da die sicheren Ein- oder Ausgänge einfach in den nächstgelegenen Profibusknoten integriert werden.

Innerhalb des Wago-I/O-Systems stehen neben 8-Kanal-Eingangsklemmen auch Klemmen mit 4 Eingängen sowie eine mit 4 Ein- und 4 Ausgängen bis 2 Ampere zur Verfügung. Diese genügen den Anforderungen bis Performance Level e /Kategorie 4 und SIL3. Für die unterschiedlichen Sensoren und Aktoren lassen sich Diskrepanz- und Filterzeiten, Testpulslängen oder Betriebsarten einfach über die Software Wago-I/O-Check parametrieren und anpassen. Klemmen aus der Serie 753 bieten zudem eine separate Verdrahtungsebene. Durch den abnehmbaren Anschlussteil können die Klemmen ohne Eingriff in die Verdrahtung gewechselt werden. Alle Safety- und Standardklemmen sind in einem I/O-Knoten beliebig kombinierbar. Der Anwender erhält damit alle Vorteile eines busgestützten Sicherheitssystems und die eines modularen I/O-Systems.

Profisafe mit iPar-Funktionalität

Aktuell hat Wago sein I/O-System um drei neue Profisafe-Module (V2) mit iPar-Funktionalität erweitert. Mit ihnen können sicherheitsgerichtete Funktionalitäten einfacher eingestellt und parametriert werden. So lassen sich die Eingangs- und Ausgangsfunktionen über Parameter flexibel an die Anforderungen von Sensorik und Aktorik anpassen. Weiterhin unterstützen die Module den automatischen Download der Parameter durch einen Profisafe-konformen iPar-Server in der jeweiligen Steuerung. Die Parameter können über den Wago-Safety-Editor eingestellt, gesichert und dokumentiert werden. Die neuen Module unterstützen das Tool Calling Interface (TCI) bis Conformance Class 3, wodurch der Safety-Editor einfach in entsprechende TCI-kompatible Engineeringsysteme integriert werden kann. Alle drei neuen Module sind sowohl in Verbindung mit Profibus als auch mit Profinet einsetzbar.

Werte für Filterzeiten, Diskrepanzüberwachung, Valenz, Kurzschluss und Kabelbruch sind für ein- und zweikanalige Anwendungen parametrierbar. Außerdem sind sie mit einer Modulbreite von 12 Millimetern für die 4-Kanal-Eingangsklemme (4FDI) sowie 24 Millimetern für die 8-Kanal-Eingangsklemme (8FDI) und die 4-Kanal-Ein-/Ausgangsklemme (4FDI/4FDO) äußerst kompakt. LEDs an den Klemmen zeigen Modul- und I/O-Status sowie Fehler auf einen Blick erkennbar an. Die Ausgänge der 4FDI/4FDO-Klemme sind jeweils für 2 Ampere maximalen Ausgangsstrom ausgelegt und das gesamte Modul für einen Summenstrom von 8 Ampere. Damit erhält der Anwender im Zusammenhang mit sicheren Steuerungen eine äußerst flexible und wirtschaftliche Lösung.csc

Daten & Fakten

Die Firma Wago ist ein in dritter Generation unabhängig am Markt operierendes Familienunternehmen mit Stammsitz in Minden/Westfalen. Als richtungsweisender Anbieter von elektrischer Verbindungs- und Automatisierungstechnik entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen innovative Komponenten für die Industrie, die Prozesstechnik und die Gebäudeautomation.

Erschienen in Ausgabe: 08/2010