Vielfalt mit Mehrwert

<strong>Komponenten</strong> - Sondermaschinenbauer benötigen flexible Lieferanten ihrer Bauteile. Ein Koblenzer Unternehmen setzt dabei auf ein Konzept, das nicht nur in der eigenen Teilefertigung große Einsparungen ermöglicht.

21. Februar 2008

Der Bau von Sondermaschinen ist auch eine Herausforderung an Einkauf und Logistik, schließlich erfordern derartige Einzelstücke eine Vielzahl mechanischer Komponenten, die oft in minimalen Losgrößen und in individueller Ausführung benötigt werden. Mit entscheidend für den Erfolg eines Maschinenbauers ist deshalb auch die Wahl der Zulieferer.

In besonderem Maße gilt dies zum Beispiel für die KMW Konstruktion Maschinen- und Werkzeugbau GmbH in Koblenz: Das Unternehmen entwickelt seit 15 Jahren komplexe Fertigungslinien für Zulieferer der Automobilindustrie exakt nach den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden. Die Anlagen bieten deshalb meist innovative Produktionstechnologien und arbeiten mit höchster Flexibilität und Wirtschaftlichkeit. Zu den langjährigen Kunden des Unternehmens gehören namhafte Global Player der Automobilzulieferindustrie wie TRW Automotive, Delphi, Stabilus und Arvin Meritor, aber auch Unternehmen aus anderen Branchen, wie beispielsweise der Bonner Elektrotechnikkonzern Moeller mit Lösungen für die industrielle Energieversorgung und Automatisierung oder die Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH in Schramberg mit Anlagen für die leichte und schwere Zerspanung.

Ganz oben steht die Effizienz

Die hohe Nachfrage sowie die meist engen Lieferzeitvorgaben erfordern im Tagesgeschäft allerdings eine höchstmögliche Effizienz. Die Maschinenbauspezialisten aus Rheinland-Pfalz leisten sich deshalb nicht nur eine straffe Organisation der Arbeitsprozesse, sondern setzen maßgeblich auch auf die Qualität ihrer derzeit 50-köpfigen Belegschaft, betont KMW-Geschäftsführer Matthias Thieroff : »Streng genommen sind es kaum noch die fertigen Produkte, die ausschlaggebend sind für den Unternehmenserfolg - es sind vielmehr die Ideen und das Engagement der Mitarbeiter, durch die wir schnell und zielgerichtet zu einer Lösung für unsere Kunden kommen, die dann ebenso realisiert wird.«

Relevant für ein stimmiges Gesamtpaket ist jedoch auch die Zusammenarbeit mit den Lieferanten der Komponenten, die die Teile in der benötigten Ausführung schnell und zu möglichst wirtschaftlichen Konditionen zur Verfügung stellen sollten. Die Maschinenbauer aus Koblenz vertrauen hier seit Jahren dem Maschinenelementelieferanten Misumi mit Deutschlandsitz in Schwalbach am Taunus. Das Unternehmen bietet mehr als 600.000 mechanische Komponenten für den Sondermaschinenbau und die Automatisierungstechnik, für den Stanzwerkzeugbau sowie für den Spritzgussformenbau.

Die Komponenten lassen sich dabei schon bei der Bestellung individuell konfigurieren. Dieses Konzept ermöglicht es, klassische Anfertigungsteile direkt aus dem Katalog zu bestellen, ohne Skizzen oder Zeichnungen. Dabei genügt es, die Form der benötigten Komponente zu wählen und anschließend Abmessungen, Material und Oberflächengüte zu spezifizieren. Die allermeisten Komponenten liefert das Unternehmen danach innerhalb von einem bis sechs Tagen.

Maßgeschneiderte Lösung

»Das Misumi-Konzept bietet eine Lösung, die unseren Bedürfnissen in vielfacher Hinsicht entspricht«, erläutert Timmy Heyer, der im technischen Einkauf bei KMW arbeitet. Der Bedarf an mechanischen Komponenten wird deshalb wo immer möglich aus dem Angebot von Misumi gedeckt, seien es Lager, Lagerschalen, Wellen, Fixierstifte, Schrauben, Federn, Nutensteine oder vieles andere mehr: Allein 2007 verbaute KMW so mehr als 10.000 Bauteile aus dem Katalog des Lieferanten aus Hessen.

Der gebündelte Bezug spart Zeit und Geld, weiß Heyer, schließlich sind dann beispielsweise weniger Wareneingänge zu prüfen und Buchungen vorzunehmen. Zudem kostet jede Anfrage Geld. Auch hier lassen sich Einsparungen erzielen, denn aus dem Hauptkatalog Mechanische Komponenten für Sondermaschinenbau & Montageautomation sind verbindliche Stückpreise und Mengenrabattangaben bereits ersichtlich.

Auch die Mitarbeiter in Konstruktion und Entwicklung schätzen es, dass alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung stehen: So präsentiert der Katalog zu jedem Artikel individuell konfigurierbare Anpassungsoptionen, etwa Werkstoff e, Härte, Materialbeschaffenheit oder Oberflächenbehandlung, Toleranzen und Lieferzeiten. Dazu kommen die Bauteilzeichnungen, die in der Regel für eine Anfrage angefertigt werden müssten. Um möglichst schnell alle Vorteile nutzen zu können, die sich aus dem aktuell mehr als 40 Produktgruppen mit rund 720.000 Bauteilvarianten umfassenden Produktverzeichnis ergeben, bietet das Unternehmen außerdem ein Katalogtraining vor Ort an, das die Anforderungen der unterschiedlichen Unternehmensbereiche berücksichtigt. »Damit können wir sofort loslegen, und die erste Annäherung an den Katalog mit Trial-and- Error erübrigt sich«, kommentiert Heyer die se Idee.

Individuelle Maßarbeit

Besonders praktisch für Sondermaschinenbauer ist eines der Kernfeatures des Angebots: das sogenannte Flexible Configuration & Sizing. Die umfangreichen Optionen zur Formgebung sowie die stufenlosen Abmessungen in bis zu 0,01-Millimeter-Schritten ermöglichen eine applikationsspezifische Anpassung jedes Bauteils. Diese individuelle Modifizierbarkeit der Komponenten erübrigt deshalb aufwendige, meist kostenintensive Sonderlösungen und entlastet die eigene Teilefertigung. Auch die Qualität der Komponenten hat Heyer überzeugt: »Wir hatten noch nie Grund zur Beanstandung.«

Hinzu kommt, dass bei Misumi keine Mindestbestellmengen oder -werte vorgegeben oder Mindermengenzuschläge berechnet werden. Selbst bei Stückzahl 1 liefern die Schwalbacher innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Für KMW-Geschäftsführer Matthias Thieroff ist deshalb klar: »Das Gesamtpaket stimmt: Ein vielfältiges Angebot kombiniert mit einem effizienten Bestellund Logistikkonzept und dazu fundierter Support.«

Stefan Pulver, Misumi Europa GmbH/bt

Erschienen in Ausgabe: 01/2008