Vielseitiger Simmerring

Dichtungen - Auch eine Dichtung gewinnt durch modularen Aufbau. Besseres Dichten wird möglich durch Variationen der Werkstoffe und des Trägerteils. Auch durch integrierte Schutzlippen und neues Design der PTFE-Lippen lassen sich viele Aggregate zuverlässiger und wirtschaftlicher abdichten. Neue Lösungen sind machbar.

02. Mai 2005

Für Simmerringe der Bauform PTS setzt Simrit neu entwickelte hochverschleißfeste und reibungsminimierte PTFE-Compounds ein. Der Simmerring PTS erfüllt die steigenden Anforderungen des Maschinenbaus, insbesondere da er höchst universell eingesetzt werden kann. Er entspricht auch den strengen Hygienevorschriften der Lebensmittelindustrie. Simmerringe sind bewährte Maschinenelemente, die an unterschiedlichsten Wellendurchführungen über viele tausend Betriebsstunden die Dichtfunktion zuverlässig übernehmen. Neue, hochadditivierte, synthetische Schmierstoffe einerseits oder schlecht schmierende Schmierstoffe andererseits können in Verbindung mit immer höheren Leistungsdichten der Aggregate die Dichtwirkung einer Elastomerdichtung beeinträchtigen. Die bisher einzige Lösung für diese Anforderungen boten Dichtungen aus PTFE. Die besonderen Eigenschaften von PTFE, wie z.B. die ausgezeichnete Hoch- und Tieftemperaturbeständigkeit von -60 °C bis +260 °C und seine Resistenz in nahezu allen Medien, machen diesen Werkstoff für die Dichtungstechnik unentbehrlich.

Materialvorteile kombiniert

Zur Optimierung des Dichtheitsverhaltens von Radialwellendichtringen aus PTFE ist eine spiralförmige Rückfördernut in der Dichtkante nötig. Solche Simmerringe aus PTFE werden seit Jahren mit großem Erfolg zum Abdichten von Kurbelwellen eingesetzt. Die werkstoffspezifischen Besonderheiten von PTFE führen bei bestimmten Betriebsbedingungen, wie z.B. Druckbeaufschlagung oder wechselnde Drehrichtung der Welle, zu Nachteilen. Mit dem neuen Simmerring PTS ist es Simrit gelungen, die Vorteile von PTFE mit den funktionalen Eigenschaften von Elastomeren zu kombinieren. Damit bietet Simrit einen Simmerring an, der sich durch eine Variabilität im Hinblick auf die verschiedensten Anforderungen auszeichnet.

Leckraten deutlich verbessert

Beim Simmerring PTS ist die PTFE Dichtmanschette an ein Elastomer anvulkanisiert. In Verbindung mit einem teilgummierten Trägergehäuse gewährleistet der Simmerring PTS die Funktionsvorteile des PTFEs für die Dichtkante, eine sichere statische Dichtwirkung auch bei Druckbeaufschlagung bis mindestens 10 bar, und dank der Gummierung des Trägers entfällt das Einkleben der Dichtung ins Gehäuse. Eine integrierte Schutzlippe aus Elastomer verhindert, daß Schmutz an die eigentliche Dichtlippe gelangt. So können oftmals zwei Dichtungen durch eine er setzt werden. Weiterhin wurden neue hochverschleißfeste und reibungsminimierte PTFE-Compounds entwickelt und ausgiebig erprobt. Für wechselnde Drehrichtungen der Welle werden üblicherweise PTFE-Dichtungen ohne Rückförderstrukturen eingesetzt. Mit dem neuen Simmerring PTS konnten die Leckageraten im Vergleich zu Standarddichtungen aus PTFE um den Faktor 14 reduziert werden. Falls sehr hohe Dichtheitsanforderungen gestellt werden, steht ein Simmerring PTS mit einem Wechseldrall zur Verfügung. Bei Drücken bis 0,3 bar reduzierten sich die gemessenen Leckageraten im Vergleich zu marktüblichen Dichtungen sogar um den Faktor 100. Simrit bietet den Simmerring der Bauform PTS auch mit Rückfördernut für Einsätze bei definierter Drehrichtung an. Damit lassen sich Wellen in hydrostatischen Antrieben mit Drücken bis mindestens 6 bar bei mindestens 6,3 m/s zuverlässig abdichten.

Rolf Vogt, Entwicklung Simmerringe, Simrit

Erschienen in Ausgabe: 03/2005