Virtual Reality-Lösung begeistert Schauenburg-Kunden

Der Einsatz von Virtual-Reality-Technologie (VR) des Berliner Start-ups WeAre beschert dem Anlagenbauer Schauenburg neue Möglichkeiten im Vertrieb. So können sich Kunden und Mitarbeiter in den virtuellen Anlagenmodellen zur gemeinsamen Begehung treffen. Vor-Ort-Termine auf der Baustelle oder der Transport von Anlagen zu Messen gehören der Vergangenheit an.

03. September 2019
Virtual Reality-Lösung begeistert Schauenburg-Kunden
Daniel Hübner (links) und Norman Perten demonstrieren die We Are-Lösung. (Bild: Sputnik)

Separationsanlangen zur Fest-Flüssig-Trennung, Bodenwaschanlagen oder Anlagen zur Aufbereitung von Sand, Kies und Mineralien: Ganz gleich, für welche Art von Anlage sich ein Kunde von Schauenburg interessierte, Vertriebsleiter Norman Perten stand vor dem immer gleichen Problem. Damit sich ein Interessent ein Bild vom Produkt machen konnte, musste ein Termin auf einer Baustelle vereinbart werden, auf der das gewünschte Modell im Einsatz war. Ein großer Aufwand für den Anlagen- und Maschinenbauer – zeitlich, organisatorisch und finanziell.

Heute läuft ein solcher Termin dank einer VR-Lösung des Berliner Start-ups WeAre anders ab. »Das Treffen findet beim Kunden statt. Alles, was ich oder einer meiner Vertriebskollegen benötigen, passt in einen handlichen Koffer«, erklärt Perten. Denn er braucht lediglich eine VR-Brille, ein leistungsfähiges Notebook sowie sogenannte Lighthouses zur Begrenzung des virtuellen Raumes. Der Kunde setzt die Brille auf und findet sich in einem realitätsgetreuen 3D-Modell der Anlage wieder. Hier erwartet ihn Daniel Hübner zur gemeinsamen Begehung. Der Konstruktionsingenieur ist bei Schauenburg verantwortlich für den VR-Einsatz. »Die Möglichkeit, sich in der virtuellen Realität zu einem Termin zu verabreden und zwar unabhängig davon, ob sich die Teilnehmer im gleichen Raum oder auf einem anderen Kontinent befinden, ist ein Alleinstellungsmerkmal, das WeAre vergleichbaren Systemen voraus hat«, weiß Hübner.

Eine Lösung, viele Vorteile

Die neue Technologie ist ein entscheidender Vorteil für den Vertrieb. Nach einem virtuellen Rundgang habe jeder Kunde ein Lächeln im Gesicht, so Perten. »Wenn wir einem Kunden ein solch positives und neuartiges Erlebnis bieten können, lässt er sich natürlich auch leichter für unser Produkt begeistern«. Der Kundentermin ist aber nicht der einzige Anwendungsfall, bei dem Schauenburg auf VR setzt. Auch auf Messen erweist sich WeAre als wertvolles Vertriebsinstrument.

Schon die kleinste Schauenburg-Anlage ist sechs Meter lang und zweieinhalb Meter breit und allein der Transport zu einer Messe verursacht hohe Kosten. Hinzu kommt, dass ein entsprechend großer Messestand benötigt wird, um nur ein einziges Modell zu präsentieren. »Mithilfe der VR-Lösung können wir beliebig viele unterschiedliche Systeme zeigen und sparen gleichzeitig Transport- und Standkosten«, so Perten.

Nicht nur zu Präsentationszwecken eignet sich die VR-Technologie. Auch in der Planungs- und Konstruktionsphase kommt sie zum Einsatz. Weil die Anlage virtuell existiert, werden Schwachstellen noch vor dem Aufbau erkannt. So erinnert sich Perten daran, dass an einer Anlage für einen australischen Kunden nach dem Aufbau Korrekturen durchgeführt werden mussten. Der verbaute Fußlauf musste ein anderes Maß als in Deutschland besitzen, um konform zu den australischen Gesetzen zu sein. »Heute können wir einfach den Sicherheitsbeauftragten des Kunden in die virtuelle Anlage einladen, sodass dieser eventuelle Hürden schon im Vorfeld benennen kann. Unnötige Aufwände dieser Art werden also vermieden«.

Positives Fazit: Einfache Handhabung, optimale Zusammenarbeit

Als Konstruktionsingenieur ist Hübner für die Erstellung der 3D-Modelle zuständig. Ihn überzeugt vor allem die unkomplizierte Handhabung der Anwendung. »Die native Datei aus dem 3D-CAD-Programm wird einfach per Drag & Drop in die WeAre-Anwendung gezogen, wo sie innerhalb von wenigen Minuten automatisch in das benötigte Format konvertiert wird. Das Ausgangsprogramm spielt dabei keine Rolle«, erklärt er. Das Ergebnis ist ein beliebig skalierbares und begehbares 3D-Modell, das auch Explosions-Ansichten oder Schnitt-Ansichten erlaubt.

Zufrieden ist er auch mit der Zusammenarbeit mit dem Start-up. So habe Schauenburg während der Entwicklungsphase Anregungen an WeAre weitergeben können. Viele wurden bereits umgesetzt oder werden in einem der regelmäßigen Updates Berücksichtigung finden. Vorstellbar wäre zum Beispiel ein Modell, in dem jedes einzelne Teil virtuell »gegriffen« und in einen Warenkorb gelegt werden kann. Durch eine ERP-Anbindung könnte automatisch die Bestellung des entsprechenden Teils erfolgen. Aktuell ist man bei Schauenburg aber sehr zufrieden mit dem jetzigen Stand der VR-Lösung. »Wir sind restlos überzeugt und haben die Anschaffung bereits allen Unternehmen der Schauenburg Gruppe empfohlen«, sagt Hübner.