Voll im Lot

Verbindungstechnik

Löttechnik – Löten ist ein Klassiker unter den Verbindungen. Die Industrie braucht dazu leistungsfähige, professionelle Lötstationen. Neben Highend-Geräten nehmen Anwender heutzutage aber gerne auch preisgünstige Alternativen – wenn die Technik stimmt.

04. Mai 2012

Wer gut arbeiten will, braucht gutes Werkzeug – diese goldene Regel jedes Handwerkers trifft uneingeschränkt auch auf die Fertigung elektronischer Geräte, Baugruppen oder Schaltungen zu. Zu den wichtigsten Arbeiten in diesem Umfeld zählt das Löten und dazu sind leistungsfähige Werkzeuge unverzichtbar. Damit ist aber nicht der Lötkolben für Bastelarbeiten gemeint, im professionellen Einsatz benötigen Anwender starke digitale Lötstationen, die gemäß RoHS-Richtlinie für das Arbeiten mit bleifreiem Lot geeignet sein müssen.

Bei der Auswahl des passenden Geräts hilft der Spezialversender Reichelt Elektronik aus Sande. Neben PC- und Netzwerktechnik, Unterhaltungselektronik oder Haustechnik hat Reichelt auch Produkte für Industrie, Maschinenbau und Handwerk im Angebot. Dazu zählt auch ein komplettes Angebot von Geräten und Zubehör im Bereich Löttechnik. Neben Lötstationen für das bleifreie Löten gehören dazu Absaugungen für den Lötdampf, Entlöt- und Heißluftstationen, Lötspitzen, Heizelemente, Hülsen, Lötzinn oder Flussmittel.

Preiswerte Alternativen

Das Unternehmen legt Wert darauf, neben hochpreisigen und im Markt fest etablierten Produkten bekannter Premium-Anbieter auch leistungsfähige, aber preisgünstigere Alternativen anbieten zu können. Das betont auch Holger Engelbrecht, der bei Reichelt als Produktmanager für den Bereich Löttechnik verantwortlich ist: »Entscheidend für die Auswahl alternativer Produkte ist nicht primär der Preis. Wenn uns Qualität und Leistungsfähigkeit eines Geräts nicht überzeugen, bieten wir es unseren Kunden gar nicht erst an.«

Diese Prämisse erfüllen die digitalen Lötstationen des taiwanesischen Herstellers Xytronic. Das 1980 in Taipeh gegründete Unternehmen entwickelte die erste patentierte elektronisch gesteuerte Lötstation, die konstante Arbeitstemperaturen ohne Wechsel der Lötspitze und mechanische Schaltungen ermöglichte. Dank dieser Technik ließen sich erstmals auch spannungs- und temperaturempfindliche Bauteile sicher von Hand verlöten. Heute vertreibt Xytronic rund die Hälfte seiner Produktion unter eigenem Namen, der Rest wird auf OEM oder ODM-Basis vermarktet.

Die digitale Lötstation LF-3000 ist der Bestseller unter den Xytronic-Lötstationen im Angebot von Reichelt. »Die LF-3000 bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und viele Features speziell für den professionellen Einsatz«, erläutert Engelbrecht. Aus technischer Sicht zähle dazu vor allem das neuartige Hochfrequenz-Heizelement für sehr kurze Aufheizzeiten und hohe Regelgenauigkeit, wie sie Industrieanwender forderten.

Der Bediener kann bei der LF-3000 einmal vorgenommene Einstellungen mit einem Passwort schützen, um zu vermeiden, dass Mitarbeiter das Gerät versehentlich verstellen. Dazu gehört unter anderem die Temperaturkorrektur der Lötstation. Bei Auslieferung ist die Temperaturanzeige auf die standardmäßig mitgelieferte Lötspitze mit einer Abweichung von null Grad Celsius kalibriert. Wird jedoch eine anders dimensionierte Austauschlötspitze eingesetzt, weicht die tatsächliche Ist-Temperatur der Lötspitze unter Umständen von der Anzeige ab.

Der Wert der Abweichung ist entweder auf der Lötspitze eingeprägt, auf der Verpackung aufgedruckt oder in den technischen Spezifikationen angegeben. Alternativ lässt sich die tatsächliche Lötspitzentemperatur auch mit geeigneter Messtechnik präzise ermitteln. Sollte sie, beispielsweise durch eine Alterung des Temperatursensors bedingt, von der Solltemperatur abweichen, ist ebenfalls eine Kalibrierung möglich.

Mit einem Leistungsbereich bis 90 Watt und einem Temperaturbereich von 100 bis 520 Grad Celsius eignet sich die Xytronic-Lötstation ohne Einschränkungen für RoHS-konformes, bleifreies Löten. Dank einer galvanisch vom Netz getrennten Nullspannungs-Regelschaltung kann der Mechaniker auch elektrostatisch empfindliche Bauteile mit der LF-3000 sicher und beschädigungsfrei löten. Eine Potentialausgleichsbuchse ermöglicht darüber hinaus ein ESD-gerechtes Arbeiten.

Der serienmäßig mitgelieferte Lötkolben arbeitet mit 36 Volt Niederspannung und ist mit einer innenbeheizten Lötspitze mit integriertem Temperatursensor versehen. Dieser bringt eine hohe Regelgenauigkeit von plusminus drei Grad Celsius. Die Soll- und Ist-Temperaturen der Lötspitze stellt Xytronic auf einer großen, gut ablesbaren Digitalanzeige dar. Eine Warnanzeige informiert über Defekte am Sensor oder Heizelement.

Sichere Regelung

Eine schaltbare, ebenfalls passwortgeschützte Stand-by-Funktion regelt die Temperatureinstellung der Lötstation nach 20 Minuten ohne Benutzung automatisch auf 100 Grad Celsius herab. Der Stand-by-Modus wird zusätzlich durch eine blinkende Temperaturanzeige signalisiert.

Nimmt der Bediener den Lötkolben auf und streift ihn etwa an einem Metallschwamm ab oder drückt er eine beliebige Taste an der Station, kehrt die LF-3000 wieder zur eingegebenen Solltemperatur zurück. Das spart Strom und schont das auf Dauerbetrieb ausgelegte Lötwerkzeug. Wird der Lötkolben 40 Minuten lang nicht benutzt, schaltet sich das System aus Sicherheitsgründen automatisch vollständig ab.

Neben der LF-3000 finden sich im Reichelt-Katalog noch zwölf weitere Xytronic-Lötstationen in unterschiedlichen Leistungsbereichen zwischen 45 und 600 Watt, darunter auch Heißluft- und Infrarotlötsysteme. »Wegen der guten Qualität und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sind die Xytronic-Lötstationen für viele Anwender interessant«, sagt Holger Engelbrecht. »Die Bandbreite reicht dabei vom ambitionierten Hobbyelektroniker und Bastler über Wartungs- und Reparaturbetriebe bis hin zu Herstellern elektronischer Baugruppen und Geräte.« Ob sich eine vergleichsweise günstige Lötstation wie die Xytronic LF-3000 als Lösung anbietet, hängt nach Meinung des Produktmanagers aber immer vor allem von der konkreten Anwendung ab.

Die bei Reichelt erhältlichen digitalen Lötstationen der Premiumklasse behielten aber ihre Berechtigung. »Wir wollen unseren Kunden im professionellen Bereich eine breite Auswahl hochwertiger Werkzeuge anbieten. Und dazu gehören Hightech-Lösungen genauso wie preiswertere aber trotzdem leistungsfähige Alternativen.«

Erschienen in Ausgabe: 03/2012