Voller Erfolg

Deutscher Normteile Award

Wettbewerb – Zum zweiten Mal verliehen Cadenas, Ganter und :K den Deutschen Normteile Award für die effizienteste Konstruktion mit Normteilen. Es gab wieder spannende Lösungen und stolze Gewinner.

10. November 2015

Die Zahl der technischen Wettbewerbe in Deutschland ist riesig. Und es wäschst ein neuer Spross, der sich schon mit der zweiten Ausgabe in der Branche etablieren konnte: Die Rede ist vom Deutschen Normteile Award (DNA).

Dies liegt nicht zuletzt an den Normteilen selbst, bilden sie doch ein unersetzliches Rückgrat für den Maschinenbau. Schalter, Klemmriegel oder Handgriffe wirken meist im Verborgenen, ermöglichen dem Konstrukteur aber effektive Lösungen bei der Produktentwicklung und dem Maschinenbauer weniger Kosten und damit mehr Wettbewerbsfähigkeit.

»Mit dem DNA wollen wir die Bedeutung von Normteilen hervorheben und die tollen Lösungen in diesem Bereich der Öffentlichkeit vorstellen«, sagt Jürgen Heimbach, Geschäftsführer von Cadenas, dem Augsburger Softwareentwickler für Standardisierung und Wiederverwendung von Teilen. »Das ist uns eindrücklich gelungen, der Wettbewerb ist angekommen und eine wichtige Auszeichnung für Ingenieure in unserem Land.«

Der Deutsche Normteile Award würdigt darum Lösungen, die mit Hilfe einer großen Anzahl verschiedener Normteile kreativ umgesetzt wurden und damit gleichzeitig diese häufig unterschätzte Gattung der Maschinenelemente nach vorn bringen. »In diesem Jahr konnten wir 120 Prozent mehr Teilnehmer begrüßen als 2013. Einen solchen Zuwachs wird sich manches Unternehmen wünschen«, sagte Marketingleiter und Hausherr Axel Weber bei seiner Ansprache auf dem Stand von Ganter, auf dem auf der Motek die kleine, aber feine Zeremonie zur Preisverleihung stattfand. »Dementsprechend zufrieden sind wir mit der Resonanz und gleichermaßen mit der Qualität der eingereichten Lösungen.«

Die Bandbreite der Anwendungen war diesmal noch größer als bei der Premiere. Sie reichte von industriellen Produktionsanlagen bis zur kleinen Vorrichtung einer Privatperson. Ganz konkret sichtbar wurde das auch an den Gewinnereinreichungen, die die dreiköpfige Jury um Thilo Hoffmann von Ganter, Tobias Denkel von Cadenas und Michael von der :K anhand einer ausgefeilten Matrix ausgewählt hatten.

Die Gewinner

Den ersten Platz und ein Preisgeld von 2.500 Euro errang Jürgen Gnörich von der Haweka AG in Burgwedel. Der Spezialist für Auswuchttechnik wurde ausgezeichnet für die Konstruktion des AirgoLifts. Dieses Gerät hebt Pkw- und Lkw-Räder aller Art bis zu einem Gewicht von 70 Kilogramm pneumatisch an und führt sie an fast alle gängigen Auswuchtmaschinen heran.

»Ziele waren die Bedienbarkeit mit nur einer Hand und die einfache Justierung der Hubhöhe sowie ein ergonomisches, rückenschonendes Arbeiten«, sagt Jürgen Gnörich. Dank des Einsatzes vieler Normteile konnten er und sein Team diese Ziele erreichen und zudem im gleichen Preissegment bleiben wie beim Vorgängermodell. »Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung, die zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Produkt ist mittlerweile in Serie gegangen und erzielt auf dem Markt eine sehr positive Resonanz.« Die geringe Bauhöhe und eine praktische Halterung für Zentriermittel machten den AirgoLift zu einem unentbehrlichen Helfer in Werkstatt und Reifenfachhandel.

Die Jury war angetan von der kompakten Ausführung und der großen Marktnähe des Gerätes. Die angestrebte günstige Fertigung und Montage sei nicht zuletzt durch die verwendeten Normteile erreicht worden.

Mit einem Preisgeld von 1.000 Euro auf dem zweiten Platz landete Stefan Uhlmann von der TU Chemnitz mit seinem Prüfgerät für die Ermittlung der Schüttdichte und Rieselfähigkeit bei Granulaten. Das Gerät bietet die Funktionen von drei oder vier Einzelgeräten und ermöglicht eine problemlose Austauschbarkeit einzelner Bestandteile, um für zukünftige Anforderungen gerüstet zu sein. Hierbei betrachtete es die Jury als bemerkenswert, mit welch geringem Kostenaufwand dieses anspruchsvolle Verfahren dank des Einsatzes von Normteilen realisiert werden konnte.

Hatten Platz 1 und 2 einen industriellen oder universitären Hintergrund, ist Platz 3 eine reine Eigenentwicklung einer Privatperson: In 150 Arbeitsstunden baute Andreas Wolpert einen sehr individuellen Tischkicker, für den er eine Vielzahl von Normteilen kreativ und überraschend einsetzte. Besondere Designmerkmale wie ein Korpus aus Massivholz mit offenen und geschlossenen Zinkenverbindungen, ein beleuchtetes Glasspielfeld und eingebaute Getränkehalter unterscheiden diesen Tischkicker von gängigen Modellen.

»Ich habe sehr viel Spaß bei Bau von speziellen Geräten“, sagt Andreas Wolpert. »Dass ich für meinen Tischkicker jetzt sogar 500 Euro Preisgeld bekomme, freut mich sehr und ist gleichzeitig ein guter Anschub für weitere Ideen, die bereits vor der Umsetzung stehen.«

Diese Begeisterung der Teilnehmer beflügelt einen Wettbewerb wie den DNA. Auf dieser Grundlage werden ganz sicher viele weitere Produkte und Lösungen entstehen, die eine öffentliche Würdigung verdienen.

Auf einen Blick

DNA 2015

1. Platz: Jürgen Gnörich, Haweka AG, Hebegerät AirgoLift zum Be-dienen von Auswuchtmaschinen.

2. Platz: Stefan Uhlmann von der TU Chemnitz, Prüfgerät für die Ermittlung der Schüttdichte und Rieselfähigkeit bei Granulaten.

3. Platz: Andreas Wolpert, besonderer Tischkicker unter kreativem Einsatz zahlreicher Normteile.

Erschienen in Ausgabe: 08/2015