Vorgeschmack

Auf der Sicherheitskonferenz in München stellte Joe Kaeser gemeinsam mit Industriepartnern eine Initiative zur Cybersicherheit vor: "Ein wichtiges Element des digitalen Wandels ist die Glaubwürdigkeit darüber, dass die Sicherheit von Daten und vernetzten Systemen gewährleistet ist. Deshalb müssen wir die digitale Welt sicherer und vertrauenswürdiger machen.”

21. Februar 2018

Gleichzeitig aber warnte der Siemens-Boss am Rande der Konferenz vor den Folgen der Digitalisierung. Siemens plant in der Kraftwerks- und der Antriebssparte den Abbau von weltweit fast 7.000 Arbeitsplätzen, den Löwenanteil davon in Deutschland. Darauf angesprochen, antwortete er laut verschiedenen Zeitungsberichten: „Das, was wir bei uns heute an Strukturveränderungen im fossilen Energieerzeugungsumfeld bewältigen, das wird in fünf bis zehn Jahren im Vergleich zu den Auswirkungen der industriellen Digitalisierung eher als Randnotiz gewertet werden müssen.“

Und in seinem Vortrag ergänzte er, dass die Mitarbeiter mitgenommen werden müssten, um von der Digitalisierung zu profitieren. Dazu brauche es Wahrhaftigkeit und Führungsqualitäten. Siemens gehe diese Themen vorausschauender und proaktiver an als viele andere Unternehmen in Deutschland. Was der Konzernchef - der übrigens Ende letzten Jahres einen Jahresüberschuss von 6,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr meldete - unter „vorausschauend“ versteht, ist angesichts des Abbaus von tausenden von Arbeitsplätzen allerdings wenig dazu angetan, die digitale Welt sicherer und vertrauenswürdiger zu machen.

Dabei wären doch gerade Industriemanager wie Kaeser diejenigen, die benötigt werden um die digitale Zukunft der deutschen Industrie zu gestalten - und nicht mit Entlassungen zum Lieblingsinstrument aller überforderten Führungskräfte zu greifen.

Mit einem Servus aus Oberbayern,

Hajo Stotz