Wacker setzt neue Maßstäbe beim Mehrmaterialdruck

Der Münchner Chemiekonzern Wacker präsentiert auf der K 2019 eine Weiterentwicklung seiner Aceo 3D-Drucktechnologie mit Siliconkautschuk. Der neue Drucker kann dank mehrerer Druckdüsen bis zu vier verschiedene Silicone gleichzeitig verarbeiten.

08. September 2019
ACEO® Produktmuster, Leber-Modell mit Tumoren
3D-Siliconmodell einer menschlichen Leber, die mit dem Aceo Imagine Serie K2-Drucker gedruckt wurde. Die dunklen Flecken signalisieren einen Tumorbefall. Die neue Druckergeneration des Münchner Chemiekonzerns kann bis zu vier verschiedene Silicone gleichzeitig drucken. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, krankhafte Veränderungen von Organen realitätsnah abzubilden. (Bild: Wacker)

Schon auf der vorangegangenen Kunststoffmesse sorgte der Münchner Chemiekonzern mit seinem ersten 3D-Drucker für Siliconelastomere für Aufsehen. Seitdem wurde die Technologie konsequent weiterentwickelt. Unter dem Namen Aceo fertigt das Unternehmen echte 3D-Drucke aus Siliconkautschuk für unterschiedlichste Anwendungen und Einsatzbereiche. Entwickler, Prototypenbauer, Wissenschaftler und zahlreiche Kunden aus der Luft- und Raumfahrt, der Eisenbahn- und Automobilindustrie und der Medizintechnik nutzen mittlerweile die Dienstleistungen.

Auf der diesjährigen K präsentiert Wacker seinen Aceo Imagine Series K2. Der neue Drucker kann dank mehrerer Druckdüsen bis zu vier verschiedene Silicone gleichzeitig verarbeiten. Dadurch lassen sich ganz neue Designs realisieren. Beispielsweise ist es jetzt möglich, 3D-Objekte in verschiedenen Farben oder in unterschiedlichen Härtegraden auszudrucken. Von der neuen Technologie profitieren auch Objekte, die innen hohl sind und deshalb mit Stützmaterial gedruckt werden müssen. In solchen Fällen stehen bis zu drei verschiedene Material- bzw. Farbvarianten zur Auswahl.

Solche Mehrmaterialdrucke werden zum Beispiel im Gesundheitswesen immer öfter eingesetzt. Mittels bildgebender Verfahren erfasste Tumore oder Gefäßerkrankungen können jetzt farblich hervorgehoben und in verschiedenen Härtegraden realitätsnah nachgebildet werden. Dadurch können sich Chirurgen gezielt auf die Operation vorbereiten und mögliche Komplikationen besser einschätzen.

Neue Form der Inline-Kontrolle

Ein weiteres Highlight der neuen Druckergeneration ist die Auto-Control-Funktion. Das Gerät misst die bei jedem Druckgang aufgetragene Siliconschicht und vergleicht diese anschließend mit dem Soll-Wert des CAD-Modells. Stellt das Programm Abweichungen fest, werden diese beim nächsten Schichtauftrag automatisch korrigiert. Da für diesen Soll-Ist-Abgleich kein virtuelles Modell verwendet wird, sondern das tatsächliche Druckergebnis, ist diese Form der In-line-Kontrolle und -Korrektur einer Überprüfung mittels „digitalem Zwilling“ deutlich überlegen. Die neue Druckergeneration produziert auf diese Weise präzise und detailgetreue 3D-Drucke, die sich auch für anspruchsvolle industrielle Anwendungen eignen.

K 2019, Halle 6, Stand A10