Weg frei für Edge Computing

Bei Produkten mit IoT-Vernetzung muss die Datenverarbeitung nicht zwingend via Internet in der Cloud ablaufen. PTC will mit "Edge Computing" ein Konzept unterstützen, das sensornahe Erfassung und Verarbeitung ermöglicht. Damit kann IoT unter Umständen Echtzeitanforderungen erfüllen.

30. Juni 2016

Auf der LiveWorx 2016 Anfang Juni verkündete PTC  die Erweiterung ihrer IoT-Software um umfassende Echtzeit-Funktionen für Edge Computing. Mit dieser Architektur werden nicht zwingend alle Sensordaten über das Internet an entfernte Server gesendet (Cloud). Statt dessen kann eine Vorverarbeitung der Daten auch an standortnahen Servern am gedachten Rand ("Edge") der Cloud erfolgen - oder auf dem Gerät mit dem Sensor selbst. Dies sorgt für niedrige Latenzen bei der Übertragung. Dabei ist es auch möglich, die Daten vorzuverarbeiten und mit anderen Daten zusammenführen, bevor die Ergebnisse zur weiteren Verarbeitung an die Cloudserver gesendet werden. Solche hybriden IoT-Architekturen will PTC ebenfalls mit ThingWorx unterstützen.

Bei dieser Gelegenheit will PTC auch die weit verbreiteten Sicherheitsbedenken von Unternehmen berücksichtigen, die ihre Daten nicht auf unbekannten Servern in einer nebulösen Datenwolke gespeichert und verarbeitet sehen wollen. Denn so lassen sich wichtige und zeitkritische IoT-Daten direkt auf dem Gerät verarbeiten, wo sie entstehen, zum Beispiel auf einem Industrie-PC oder in einem Schaltschrank. Laut PTC können Anwender von ThingWorx nun die IoT-Funktionen in der Netzkonfiguration nutzen, die sie wünschen und benötigen.

Bei der Nutzung von Edge Computing in der PTC-IoT-Software werden die Sensordaten aus Überwachungs- und Steuerungssystemen über Serversoftware von der im Januar 2016 von PTC übernommenen Kepware  erfasst und bei Bedarf mit sekundären Sensordaten zusammengefasst. Die Verzahnung mit ThingWorx Analytics ermöglicht laut PTC die Übertragung der Sensordaten in automatisierte maschinelle Lernverfahren, um in Echtzeit Anomalien zu erkennen und Fehler vorherzusagen. ThingWorx erleichtert zudem die Entwicklung webbasierter und mobiler Anwendungen und bietet eine Reihe von Laufzeit-Funktionen für die schnelle Entwicklung rollenbasierter Anwendungen. Zunehmend will PTC auch Vuforia Studio einbeziehen, um die Messergebisse und Auswertungen in Augmented-Reality-Anwendungen einfließen zu lassen. Bei der Weiterentwicklung von ThingWorx und Vuforia arbeitet PTC auch mit Hewlett Packard Enterprise und National Instruments zusammen.

"Kein Unternehmen der IoT-Branche, egal welcher Größe, kann sich ungeplante Ausfallzeiten und damit Produktionsausfälle leisten, nur weil die Kenntnisse über die Funktionsfähigkeit der eigenen Geräte fehlen", sagt Jim Heppelmann, Präsident und CEO von PTC. "Mit der Edge-Computing-Funktionalität in Echtzeit bietet PTC Lösungsentwicklern bei der Nutzung des IoT ein unglaubliches Maß an Flexibilität, sodass sie ihren Kunden effizientere, schnellere, günstigere und sicherere IoT-Lösungen entwickeln können."