Weltwirtschaftsklima verschlechtert sich erneut

Der Handelskrieg tobt und das Ifo Weltwirtschaftsklima hat sich erneut verschlechtert. Der Indikator sank im dritten Quartal von 16,5 auf 2,9 Punkte und liegt damit in etwa wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2017.

09. August 2018

Zwar verschlechterte sich die Lagebeurteilung der Experten deutlich, allerdings befindet sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Erwartungen fielen dagegen abermals sehr stark und liegen auf dem niedrigsten Wert seit Ende 2011. Die Weltkonjunktur fährt nur noch mit angezogener Handbremse.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich nahezu in allen Regionen. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen fielen deutlich in der Europäischen Union, den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern inklusive China sowie in Lateinamerika. In den USA kühlten sich die Erwartungen ebenfalls ab, dagegen verbesserte sich die Lage-Einschätzung. In den GUS-Staaten sowie im Nahen Osten und in Nordafrika verbesserten sich sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen.

Die Entwicklung des Welthandels ist gekennzeichnet durch den aktuellen Zollstreit, insbesondere für die USA und China geht inzwischen jeweils die Mehrheit der Experten von niedrigeren Exporten in den kommenden Monaten aus. Damit einhergehend sank auch die erwartete weltweite Investitionstätigkeit beträchtlich. Darüber hinaus rechnen die Befragten mit einer Stagnation des privaten Konsums.

Seit 1981 befragt das ifo Institut im vierteljährlichen Turnus Experten aus einer Vielzahl von Ländern zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten in ihrem jeweiligen Beobachtungsgebiet. An der jüngsten Erhebung im Juli 2018 nahmen 1.200 Experten aus 120 Ländern teil. Eine ausführliche regionale Analyse wird im vierteljährlichen ifo World Economic Survey veröffentlicht. Diese Nachricht informiert vorweg über die wichtigsten Eckdaten.