Wenn jemand die Cloud klaut

Editorial

»Cloud-Lösungen sind für Industrie 4.0 unerlässlich, aber es gibt noch viel Handlungsbedarf.«

19. Mai 2016

Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Sprüche über das Thema Cloud auf der Hannover Messe gerissen wurden, wie viele Kalauer gefallen sind, aber gefühlt waren es einige, wenn nicht sogar viele. Und der aus der Überschrift ist zugegebenermaßen auch nicht meinen Hirnwindungen entsprungen. Er blieb mir aus einem Gespräch im Gedächtnis.

»Cloud« war übrigens meine Standardantwort auf die sehr häufige Frage nach Trends und Stichworten, die bei mir während der intensiven Messetour hängen geblieben wären. Und das war in jedem Fall keine Ausrede, kein Notargument. Die Cloud war auf der Messe allgegenwärtig. Angesichts der riesigen Datenmengen und der viel komplexeren Prozesse im Zuge von Industrie 4.0 sind die Anwender und Anbieter in industriellen Anwendungen ohne eine solche Plattform zur Speicherung und Verarbeitung ja quasi aufgeschmissen. In der privaten Welt lagern Nutzer ihre Fotos und Videos schon länger in Einrichtungen wie Dropbox, in der Industrie gewinnt das Thema langsam an Fahrt, die angestrebte Vernetzung ist ohne Cloud-Lösungen nicht zu stemmen. Große Unternehmen wie Siemens oder Schaeffler verfügen bereits über eigene Lösungen, viele kooperieren mit den Marktgrößen SAP oder Microsoft, andere wie etwa STW mit kleineren Anbietern wie Cumulocity.

Im Mittelstand ist die Bereitschaft generell weniger entwickelt, laut einer Studie herrscht noch Skepsis und Unsicherheit. Dieser Aspekt war auch Bestandteil des Interviews mit Martin Thiel von Cenit, der interessante Lösungsmöglichkeiten aufzeigen konnte. 

Generell sollten alle Beteiligten aufgeschlossen sein, aber gleichzeitig wachsam, denn leider drohen Gefahren bei einem Ausflug ins Internet. So ist denn das Thema Sicherheit wieder einmal in aller Munde und bestimmend dafür, ob jemand etwas aus der Cloud klaut ...

Erschienen in Ausgabe: 04/2016