Wer A sagt, muss auch B sagen

Industrieelektronik

Ethernet – Für kleine industrielle Geräte bietet Harting die Ethernet-Schnittstelle ix Industrial in A-Codierung. Um noch mehr Anwendungen versorgen zu können, gibt es diese zukünftig auch in zehnpoliger Signalausführung und B-Codierung.

21. August 2018

Industrielle Geräte werden immer kleiner und filigraner. Gleichzeitig kommen vielfach noch Schnittstellen für Daten und Power zum Einsatz, die schon seit Jahrzehnten am Markt sind. Ein Garant für Qualität wird manch einer sagen. In vielen Anwendungen sind RJ45, M12 und Co. mittlerweile jedoch das mit Abstand größte Bauteil eines Gerätes und benötigen so unnötig viel Bauraum. Gleichzeitig ist speziell beim RJ45 die Stabilität immer wieder ein Problempunkt. Abgebrochene Verrasthebel sind hier keine Seltenheit.

Mit dem ix Industrial bietet Elektronikspezialist Harting aus Espelkamp jetzt eine deutlich kleinere und robustere Schnittstelle für Industrial Ethernet an. Bei Kunden und Interessenten kam die Entwicklung einer miniaturisierten Schnittstelle, dank Normierung und Standardisierung, so gut an, dass Harting sich entschieden hat, die Wünsche und Rückmeldungen anzunehmen und die Anwendungsmöglichkeiten auszuweiten. Darum gibt es den ix Industrial jetzt in einer neuen, haptisch verbesserten Gehäuseform, die das Handling deutlich sicherer und einfacher macht.

Einen weiteren großen Schritt in Richtung der Kundenwünsche möchte Harting mit der neuen Typ-B-Version mit zehn Kontakten für Signale und serielle Bussysteme gehen. Im Gegensatz zur Gigabit-Variante werden hier alle zehn Kontakte für die Signalübertragung verwendet und nicht als Schirmungselement von getrennten Kontaktpaaren genutzt.

Rein äußerlich ist die neue B-Codierung kaum von der Gigabit-Variante zu unterscheiden. Nur das Steckgesicht verrät den Unterschied der Anwendungsbestimmung im Einsatz. Durch die verschiedenen Codierungen ist zudem sicher ausgeschlossen, dass versehentlich eine Ethernet-Schnittstelle mit einem Signalinterface verbunden wird und so Fehlfunktionen entstehen.

Die sonstigen Eigenschaften bleiben gleich: Die minimale Baugröße und Form sind identisch und auf Buchsenseite 70 Prozent kleiner als bei einem herkömmlichen RJ45. So haben Gerätehersteller die Möglichkeit, ein Gerät kleiner auszulegen oder es bei gleicher Größe mit mehr Schnittstellen zu versehen. Diese Option kommt immer weiter steigenden Datenraten und breiterer Nutzung von Ethernet nach.

Besonders stabil gebaut

Um die Schnittstelle für zukünftige industrielle Anwendungen zu rüsten, war es jedoch nicht nur notwendig den Bauraum zu verringern, sondern auch gleichzeitig die Stabilität zu steigern. Mit der ix-Schnittstelle soll ein zukünftiger Standard geschaffen werden, der die oft empfindlichen RJ45-Lösungen mit Verrastungshebeln aus Kunststoff ersetzen kann.

Diese Stabilität gewährleisten die fünf THR-Pins der Buchse in der Leiterplatte und Metallhaken im Stecker. Eine fest mit dem Steckverbindergehäuse verbaute Kabelklemmung sorgt für die entsprechende Zugentlastung der Verbindung.

Auch die neue Typ-B-Codierung ist nach IEC 61076-3-124 genormt und bietet Anwendern Investitionssicherheit sowie alle Eigenschaften hinsichtlich Robustheit und Zuverlässigkeit. So können Schock und Vibration auch der Signalvariante nichts anhaben. Die robuste Verriegelung mit Metallhaken sichert die zuverlässige Verbindung und ein konstruktiv vereinfachtes Schirmgehäuse reduziert die Anzahl an Einzelteilen.

Dieser Aspekt spielt ganz besonders bei der Montage eine Rolle. Auch eine akustische Rückmeldung der sicheren Verriegelung durch einen Klick steigert die Benutzerfreundlichkeit und gibt ein schnelles und unkompliziertes Feedback.

Montage deshalb, weil Harting die Konfektion der Steckverbinder vereinfachen konnte und es beide ix-Industrial-Varianten zukünftig auch als IDC-Variante (Isulation displacement contact) gibt. Diese vereinfacht und beschleunigt den Anschluss im Gegensatz zur fest verlöteten Variante und erspart dem Anwender den Lötprozess.

Fertig konfektioniert lieferbar

Es gibt beide Varianten zudem als fertige Kabelkonfektion und das, je nach Codierung und Einsatzzweck, auch in Verbindung mit bekannten Schnittstellen. Die A-Codierung kann als fertige Konfektion klassisch mit einem RJ45-Gegenpart gewählt werden, die B-Codierung mit einem bewährten D-Sub-Steckgesicht. Auf Wunsch sind auch andere Kombinationen zu realisieren. So sind Anwender nicht gezwungen, direkt alle Anwendungen umstellen und gleichzeitig auf neue Schnittstellen anpassen zu müssen.

Mit beiden Codierungen können Anwender so zukünftig deutlich platzsparende Anschlüsse in Anwendungen für Automation, Maschinenbau, Robotik, Verkehrswesen und Datennetzwerken realisieren. Ganz gleich ob es sich dabei um HMIs, Router, Switche oder Kamerasysteme handelt. Mit ix Industrial und ix Industrial Signal haben Anwender eine kleine, robuste und standardisierte Schnittstelle zur Verfügung. mk z

Auf einen Blick

Der ix Industrial ist die Antwort von Harting auf die zukünftigen Herausforderungen der Industrie 4.0 und IoT. Genormt nach IEC 61076-3-124, soll diese neu entwickelte kompakte Ethernet-Schnittstelle einen neuen Standard in Sachen Robustheit setzen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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