Werkzeugkosten um 70% reduzieren

Flexibler Feinbohrkopf Multi Head von Swisstools für 3-320 mm

02. August 2007

Einen neuen, universellen Aus- und Feinbohrkopf präsentiert die Schweizer Swiss Tool Systems AG aus Bürglen auf der EMO in Hannover. Der Multi Head ermöglicht Bohrungen von Ø3 bis - weltweit einzigartigen - Ø320 Millimetern mit Bohrstangen und Brücken, die außerdem noch in der Auskraglänge verschiebbar sind. Vierzehn herkömmliche Standardbohrstangen und dazugehörige Feinbohrköpfe können damit ersetzt werden. Anwender, die häufig wechselnde Serien mit verschiedenen Bohrungsdurchmessern fertigen, sparen Rüstzeiten und reduzieren rund 70 Prozent der Werkzeugkosten. Stabilität und Genauigkeit werden durch eine hochpräzise Turbinenverzahnung und hart eloxierte Aluminiumbrücken gewährleistet.

„Unser neuer Multi-Head kann die Arbeit von 14 bisherigen Bohrstangen und dazu gehörenden Feinbohrköpfen übernehmen, so groß ist der Verstellbereich“, erklärt Hansruedi Bär. Der universelle Aus- und Feinbohrkopf, den das Unternehmen auf der EMO erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert, lässt sich flexibel einsetzen. Durch Verstellungen an Feinbohrkopf, Bohrstangen und hart eloxierten Aluminiumbrücken lasse sich ein Bohrbereich von Ø3 - Ø320 Millimeter abdecken. „Das sind 100 Millimeter mehr als bisher bekannt“, ergänzt der Geschäftsführer der Swiss Tool Systems AG. In Verbindung mit den in der Auskraglänge einstellbaren Ausdrehstählen, die sich durch den Bohrkopf hindurch um bis zu 73 Millimeter einschieben lassen, erhalte der Anwender einen weltweit einmalig flexiblen Feinbohrkopf. Vor allem Unternehmen, die auf einer Werkzeugmaschine ein breites Spektrum von kleinen und mittleren Serien mit häufig wechselnden Anforderungen abdecken wollen, könnten die Vorteile des neuen Multi-Head nutzen. Durch die Flexibilität verspricht der Hersteller große Einsparungen.

Einsparungen bis zu 70 Prozent möglich

„In der Schlichtbearbeitung lassen sich zum Beispiel beim Ausdrehen von Bohrungen mit Ø300 Millimeter in Stahl mit Schnittgeschwindigkeiten bis zu 500 m/min beeindruckende Werte erzielen“, betont Produktmanager Peter Heinemann. In der Schruppbearbeitung seien bei gleichem Durchmesser bis zu zwei Millimeter Schnitttiefe möglich. Da der gesamte Bereich mit nur einem Werkzeug abgedeckt werden könne, spare der Anwender bis zu 70 Prozent der Anschaffungskosten, weil 14 sonst notwendige Bohrstangen und dazugehörige Feinbohrköpfe nicht angeschafft werden müssen. Durch Verwendung nur einer Standard-ISO-Wendeschneidplatte und durch unnötig gewordenes Vorhalten von Spindel¬werkzeugen könnten die Einsparungsmöglichkeiten weiter ausgeschöpft werden.

Große Stabilität - vor allem bei größeren Durchmessern - erreichen die Schweizer, indem sie bei den Verlängerungsbrücken und den Plattenhaltern auf eine kraft- und formschlüssige Stirnverzahnung setzen, die bei hohen Kräften sicher klemmt. Bei der Feineinstellung mittels Skalaschraube verschiebt sich der gesamte Schlitten. Der Schlitten ist durch eine Turbinenverzahnung mit dem Feinbohrkopf verbunden. „Diese Methode eliminiert die Schwächen der T-Nut- oder der Schwalbenschwanztechnologie“, weiß Heinemann. Einstell- und Anzeigebereich sind TiN-beschichtet und somit verschleiß- und abriebfrei.

Turbinenverzahnung mit höchster Steifigkeit

Der Feinbohrkopf ist für Drehzahlen bis 16.000 U/min geeignet. Zum Auswuchten bei hohen Drehzahlen können Swisstools-Standardauswuchtringe verwendet werden. Eine durchgängige innere Kühlmittelzuführung sichert die Kühlung am Bearbeitungsschnitt. Der Multi-Head ist als Modular- und als Monobloc-Werkzeug erhältlich.Das 1971 gegründete Unternehmen stellt mit rund 40 Mitarbeitern ein hochpräzises HSK Komplettprogramm für das Drehen und Fräsen sowie modulare Werkzeugsysteme her. Zuletzt hat die Swiss Tool Systems AG rund 10,5 Millionen Schweizer Franken (ca. 6,5 Mio. Euro) Umsatz erzielt. Mit der Teilnahme an der EMO präsentiert sich das Unternehmen seinen weltweit tätigen Kunden.