Werkzeugmaschinenbau

Verschieben statt ins Ausland verlagern

11. April 2007

Eine neue Ära in der Produktion von Werkzeugmaschinen hat Deckel Maho im Seebach eingeläutet. Im März 2007 nahm die Tochtergesellschaft der Gildemeister AG die Fließfertigung von Fräsmaschinen offiziell in Betrieb. Herzstück der zweimal 74 Meter langen Doppellinie ist das RundSchienen®-System von Strothmann Machines & Handling aus Ostwestfalen. Darauf fahren Transportplattformen, die im Ruhezustand auf vier Konsolen aufliegen. Während des Taktens heben Druckluftzylinder die Plattformen geringfügig an und setzten sie nach Erreichen der nächsten Taktstation durch ein Shuttle-System dort wieder ab. Dabei standen die Strothmann- Ingenieure - das Unternehmen realisierte die Anlage als Generalunternehmer - vor der Herausforderung, die Werkzeugmaschinen während des Aufbaus und Taktens kontinuierlich unter Strom und Druckluft zu halten. Die mit 1,6 Millionen Euro zu Buche schlagende Investition steigert bei Deckel Maho erheblich die Produktivität. Verschlang die stationäre Boxenmontage rund 21 Tage bis zur Fertigstellung einer Fräsmaschine, verkürzt die neue Montagelinie den gesam-ten Prozess auf zwölf Arbeitstage. Maschinen verschieben, statt den Standort ins Ausland zu verlagern, um dort billiger zu produzieren. Dieses Ziel verfolgt Deckel Maho mit der Investition in Seebach. Das Schienensystem von Strothmann macht auf einfache Weise Maschinenbauern den Weg frei für die überaus produktive Fließfertigung. Dieser innovative Weg erschließt brachlie-gende Potentiale und senkt die Lohnstückkosten mit dem Ziel, die Wettbe-werbsfähigkeit zu erhöhen.