Wie Essig und Öl

IPC - Moderne Steuerungstechnik hat viel mit moderner Küche zu tun. Stichwort Convenience. So wie aus Essig und Öl ein vorgefertigtes Dressing entsteht, zielen die Hersteller von IPC-Komponenten auf vorintegrierte Module, die ihnen Arbeit abnehmen sollen.

31. August 2006

Der Vergleich mit der Küche hinkt nicht. So wie der Koch in der Großküche ein fertiges Dressing aus Essig und Öl verwendet, bevorzugen Automatisierer vorgefertigte Bausteine, die sie schnell in ihre Anlagen verbauen können.

Beck IPC aus Pohlheim entwickelt und baut Komponenten rund um die industrielle Steuerungstechnik und Kommunikation. Neu ist die Ausrichtung auf die Entwicklung und den Vertrieb von »Convenience«-Plattformen für den Embedded Markt. Mit Plattformprodukten wie dem IPC@Chip sollen Kunden ihre Lösungen möglichst schnell realisieren können, indem sie ihre individuellen Komponenten dem Basismodul einfach hinzufügen. Beck sieht sich als dessen Anbieter, der Name bleibt im Hintergrund. Der Fokus liegt auf den Massenmarkt und bei Großkunden.

Vorintegrierte Plattform

Der IPC@Chip ist als Komplettsystem auf einem Chip eine vorintegrierte Plattform aus Hardware, Software und Zusatz-features. Sein Design ist in zahlreichen unterschiedlichen Branchen und Applikationen erprobt. Dazu Alexander Burgbacher, Geschäftsführer von Beck IPC: »Unser Ziel ist, dass sich die Kunden voll auf ihre eigenen produktspezifischen Anforderungen konzentrieren können. Dies ermöglicht der IPC @ Chip, denn er dient als Basis, bietet zahlreiche Funktionalitäten und verbindet Automatisierung mit Internet und Netzwerk.« Mit geringem Aufwand ließen sich benötigte Funktionen in individuelle Anwendungen integrieren. Der Kunde spare Kosten und Zeit bei der Entwicklung und könne schneller auf den Markt kommen.

Diese speziellen Voraussetzungen und Leistungen machen den IPC@Chip zu einer Convenience-Lösung. Wie bei entsprechenden Produkten in der Lebensmittelindustrie müssen die Kunden nicht alles von Grund auf entwickeln sondern können auf »halbfertige« Bausteine zurückgreifen. Viele Unternehmen verfügen nicht über eigenes Know-how im Bereich der Embedded-Plattformen und erhalten mit dem IPC@Chip schnell und ohne großen Aufwand Lösungen. Es handelt sich also um eine Ready-to-use-Lösung, vornehmlich für den Einsatz in Steuerungstechnik und Kommunikation.

»Zukünftig werden wir mindestens ein neues Plattformprodukt pro Jahr auf den Embedded-Markt bringen. Unterstützt werden wir hier durch ein neu aufgebautes Netzwerk von nationalen und internationalen Vertriebspartnern«, ergänzt Alexander Burgbacher.

Durch die Zugehörigkeit zum Festo-Konzern könne Beck seine fundierte Erfahrung in der Automatisierung noch besser und effektiver einbringen.

Als Erweiterung seiner Produktfamilie präsentiert Beck die Varianten IPC@Chip SC123 und SC143. Sie können in jeder Stückzahl geliefert werden und eignen sich so auch für Großkunden. Zwei CAN-Schnittstellen gehören ebenso zur Standardausstattung wie zwei 100- MBit-Ethernetschnittstellen, über die Industrial Ethernet möglich ist. Modbus TCP und Ethernet/IP sind verfügbar, Profinet und Ethercat in Planung.

Die neuen Webcontroller sind speziell für Embedded Control, Kommunikation und Ethernet-Anbindung gestaltet. Die Hardware enthält CPU, RAM, Flash, Ethernet und Watchdog. Die vorinstallierte Software basiert auf einem Real Time Operating System (RTOS) mit File-System und weiteren Funktionen.

Software an Bord

Beck setzt auf Partnerschaften wie die mit dem Kemptener Softwarehersteller 3S. Den IPC@Chip gibt es jetzt inklusive Laufzeitlizenz für das 3S-Programmiersystem Codesys 3.0 zur Erstellung von Steuerungsanwendungen unter Windows. Durch die Verbindung von Baustein und Software können Anwender die Kombination sofort in ihre Hardware einbauen.

Michael Kleine

Erschienen in Ausgabe: 01/2006