Wir feiern 10 Jahre

10 Jahre :K – 10 Highlights

Die Stunde null der :K ist sagenumwoben: Zwei Herren zogen mit einem Dummy über die SPS IPC Drives 2003, um eine neue Zeitschrift vorzustellen. Wie?, mag sich damals manch einer der Aufgesuchten gedacht haben, noch eine Zeitschrift für Konstrukteure? Der Markt ist doch gesättigt, was brauche ich zusätzliche Redakteure und Anzeigenmenschen, die mich heimsuchen?

10. Februar 2014

Aber das Interesse schien nicht allzu gering gewesen sein. Vielleicht lag es auch an dem Überformat, das noch heute entweder für Ablehnung oder Furore sorgt. Für Ablehnung, weil man DIN A4 gewohnt war, die Zeitschrift passt ja in keinen Ordner und hängt unschön aus dem gesammelten Stapel heraus. Für Furore, weil das Layout üppig sein durfte, mit großen Bildern, Schmuckelementen und auch mal reichlich Weißraum. Das gibt Weite und macht Spaß beim Blättern.

Beide Aspekte hat auch Michael Koch miterlebt. Der geschäftsführende Gesellschafter der Michael Koch GmbH und mit seiner Agentur Werbekoch auch Vertreter von großen Unternehmen wie Bonfiglioli, hat sich zuerst – wie viele – über den Namen gewundert: »:K, welch ein Titel vor zehn Jahren! Aber auch welch ein Auftritt: frisch, bunt, ungewohnt in vielerlei Hinsicht. Technik im Illustriertenformat, mehr Bild als Text, kann das funktionieren? Doch Zweifler waren schnell umgestimmt, denn das Konzept war durchdacht, von Anfang an und bis heute ausgewogen auf die Leserinteressen fokussiert und deshalb überzeugend mit jeder Ausgabe.«

Dank solcher Einschätzungen erkämpft sich das neue Medium schnell seinen Platz im Markt der Konstruktionszeitschriften. Das Konzept kommt an bei Fachwelt, Lesern und Unternehmen, die Übergröße erregt Aufmerksamkeit, das moderne Layout gefällt. Und schon nach einem Jahr liest man im Editorial schwärmerische Worte von der großen Akzeptanz der :K.

Alleinstellungsmerkmal Mechatronik

Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer Fachzeitschrift sind aber dessen Inhalte. Und hier hat die Redaktion von Anfang an sehr spitz die Anliegen der Konstrukteure und Entwickler im Auge, sie nähert sich den vielfältigen Aspekten der Komponenten und Lösungen aus deren Sicht und zeigt auch Verbindungen zwischen den einzelnen Fachbereichen auf.

Zum dominierenden Schlagwort wird dabei nach wenigen Ausgaben die Mechatronik. Das Team der :K wirft sich mit Verve in diese junge Disziplin und trifft den Nerv der Zeit. Zahlreiche Artikel beleuchten alle Aspekte und Winkel dieser vor zehn Jahren aufstrebenden Kombination von Mechanik, Elektronik und IT-Technologie. Es geht zum Beispiel um den mechatronischen Baukasten auf Antriebsebene, die Software als aufstrebende Komponente in mechatronischen Lösungen oder um den Reifegrad von Mechatronik in konkreten Anwendungen der Industrie. Horst R. König, geschäftsführender Gesellschafter der EBE-Gruppe, spricht in einem Interview vom mechatronischen Denken als einem Markenzeichen, das man sich mit viel Kompetenz erwerben müsse. Auch Sonia Bonfiglioli outet sich als Verfechterin der neuen Idee und sieht ihr Unternehmen ganz klar auf dem Weg zum mechatronischen Lösungsanbieter in der Antriebstechnik.

Ganz offensichtlich wird die Vorreiterrolle der :K mit der Gründung des mechatronischen Arbeitskreises, der späteren Mechatronik-Allianz. Vertreter von in der Mechatronik aktiven Unternehmen und einschlägigen Arbeitskreisen in Verbänden kommen zusammen, um neue Impulse zu setzen, die Verbreitung mechatronischer Ideen zu forcieren und Unternehmen Hilfestellung zu geben, wie Mechatronik ihre Produktion sowie die Produkte voranbringen kann.

Am 12. Juli 2006 findet das erste »Forum Mechatronik« statt, fünf weitere sollen folgen – mit steigendem Zulauf und vielen Eindrücken für die Teilnehmer. Die :K berichtet sehr intensiv von den Veranstaltungen und bringt Themen daraus im Heft zur Sprache, sie ist mit Gemeinschaftsständen aktiv an Messen beteiligt – kurzum, in Sachen Mechatronik geht kein Weg an ihr vorbei.

Das kann Paul Kho nur bestätigen. Er ist seit vielen Jahren sehr eng mit dem Thema Mechatronik verbunden, heute als freier Fachjournalist mit seinem Büro Technische Kho-mmunikation. »Mit der :K verbindet Dr. Stetter von der ITQ und mich eine langjährige Historie«, erinnert er sich. »Die Planungen und Durchführungen zu den Foren Mechatronik hatten eine hohe Akzeptanz in der Industrie und wir konnten komplexe Themen live diskutieren und redaktionell begleiten.« Einen direkten Übertrag der Themenvielfalt beispielsweise zu den Open-Space-Konferenzen oder zu den Veranstaltungen des Internationalen Forums Mechatronik sieht er insbesondere bei den Teilnehmern und Lesern, die mehrfach an diesen Events teilgenommen haben. »Kernthemen waren beispielsweise der steigende Anteil der Software im Maschinenbau und die dazugehörige Prozessorientierung im Engineering«, sagt Paul Kho. »Die Sicht der Dinge aus der Komponentenwelt und des Maschinenbaus bedarf einer Transparenz und Aufklärung, zu dem die Redaktion der :K immer einen wichtigen Beitrag geleistet hat«, ergänzt der Brancheninsider.

Der Mensch im Mittelpunkt

Die inhaltliche Kompetenz und die Ausrichtung auf relevante und aktuelle Themen zogen von Anfang an viele hochstehende Vertreter der Branche an. Es menschelte in der :K, und zwar in einem Maße, das ungewöhnlich ist für die Szene der Konstruktionszeitschriften (siehe Seite 22). Allererster Interviewpartner war Roland Bent, damals und noch immer Geschäftsführer von Phoenix Contact. Auch hier war die Mechatronik ein wichtiges Thema im Gespräch, es ging um verändertes Engineering und um einen stärkeren Fokus auf das Systemgeschäft – ebenfalls ein Topthema, das sich bis zum heutigen Tag durch fast jede Ausgabe zieht.

Zahlenmäßiger Spitzenreiter im Kreis der Interviewten ist Dr. Peter Adolphs, damals wie heute Geschäftsführer von Pepperl + Fuchs. Dreimal stand er Rede und Antwort, ein viertes Interview ist in Planung. Weitere illustre Namen sind Renate Pilz, Siegfried Russwurm, heute CEO des Siemens Industry Sektors, die Gebrüder Turck, Jutta Humbert (Getriebebau Nord), Frank Blase (Inhaber von Igus), Manfred Wittenstein, Henrik A. Schunk, Gunther Schulz von Rodriguez oder Wolfgang E. Schultz von Magnet-Schultz. Dies zeigt, wie tief die :K schon in der Branche verwurzelt ist.

Parallel war die Redaktion bei Unternehmen zu Gast, durfte ganz tief in das Geschehen eintauchen und versuchte, deren Eigenarten und Stärken zu ergründen. Ergebnis waren sehr individuelle Porträts – oft von eher kleineren Playern –, die über die normalen Informationen hinausgehen und idealerweise auch deren Bekanntheit ein wenig anheizen. Beispiele für dieses Format sind Neugart, Hanning, Pflitsch, Physik Instrumente, Micro-Epsilon, Mersen, Neff, Eichenberger, Leantechnik, AHP Merkle, E-T-A, Zeitlauf oder Feinguss Blank – Namen, die die komplette Bandbreite des Maschinenbaues abdecken.

Viele Vertreter aus Konstruktion, Automatisierung und Maschinenbau traten auch in Formaten wie »Pro & Contra« oder »Extro« auf. Auch hier ging es oft um Mechatronik, aber auch wirtschaftliche Themen, und fachlich sehr eng gesteckte Fragestellungen kamen aufs Tableau. Irgendwann wichen diese Formate der einzigen Rechts-Kolumne in unserem Zeitschriftenumfeld. Thematisch befeuert wurde diese vor allem durch die neue Maschinenrichtlinie mit allen Vorschriften und Normen, die den Maschinenbauern und Komponentenlieferanten damals schwer zu schaffen machte. Hier entstand sogar eine große Beitragsreihe samt Sonderheft. Und irgendwann war dann Rüdiger Eikmeier da. Seine provokanten Kommentare gegen den Strich sind ein schönes Gegengewicht zur rein fachlichen Darstellung der Dinge.

Ende 2010 trat dann der Carl Hanser Verlag in unser Leben, und plötzlich hatten wir ein neues Baby: Aus der Fachzeitschrift CAD CAM wurde :K CAD CAM, ein eigenständiger und wichtiger Heftteil mit Kollege Ralf Steck als intimem Kenner aller Aspekte rund um die Konstruktionssoftware. »Die :K CAD CAM ergänzt das Themenspektrum der Zeitschrift um den wichtigen Aspekt der Konstruktionssoftware, der aus dem heutigen Produkt- und Maschinenentstehungsprozess nicht wegzudenken ist.« Neben der eigentlichen Modellierung deckt die :K CAD CAM den gesamten Bereich »drumrum« ab, von CAM und PLM bis zu Simulation und Elektrotechnik-Konstruktion. Auch hier also spielt die Mechatronik eine wichtige Rolle. »Mit eigenen Systemtests hebt sich die :K CAD CAM von anderen CAD-Zeitschriften ab.«

Seit Februar 2012 bietet das :K CAD CAM-Blog eine weitere reichhaltige Informationsquelle im Internet, die aktueller als die Printausgabe und oft auch ausführlicher aus der spannenden Welt der Konstruktionssoftware berichtet.

Dankeschön!

Und nun steht das Jahrzehnt. Das kommt für viele Gratulanten überraschend, auch für Michael Koch: »Schon zehn Jahre bereichert die :K die Landschaft der Konstruktionstitel – kaum zu glauben! Der Zeitschrift merkt man es nicht an: Die Kreativität der Macher ist ungebrochen. Herzlichen Glückwunsch dazu und weiterhin überzeugende Ideen und viel Spaß. Das spüren die Leser. Bei jeder Ausgabe aufs Neue. Und übrigens: vielen Dank dafür!« In anderen Gesprächen war von der :K als »spannendstem Projekt in der Fachzeitschriftenlandschaft« oder »vom Apple unter den Fachzeitschriften« die Rede.

Solch ein Feedback ist Ansporn genug für das gesamte Team. Wir bedanken uns für die langjährige und treue Unterstützung sowie viele, viele wertvolle Impulse und Begegnungen. So ist das Silberjubiläum leicht erreicht …

Beispiele für innovative Lösungen in der :K.

- 2004: Regler JetMove von Jetter für ethernetbasierte Antriebssysteme, Thema kommt frisch auf.

- 2005: L-force Servoumrichter von Lenze.

- 2006: Ganz neu vorgestellt: die bis heute sehr erfolgreichen I/O-Geräte X20 und X67 von B&R.

- 2007: Sicherheitssystem SafetyEye von Pilz.

- 2008: Mechatronische Greif- und Spannsysteme von Schunk mit eigener Software als Schnittstelle.

- 2009: Tribo-Gleitlager von Igus statt Metall.

- 2010: Antriebsregler-Plattform Inveor von Kostal.

- 2011: Neue Outdoor-Steckverbinder von Phoenix Contact, für große Kälte und große Hitze.

- 2012: Start des Beckhoff-Antriebssystems XTS.

- 2013: Kaum sichtbare Federn von Schweizer.

Erschienen in Ausgabe: 01/2014