"Wir schreiben Geschichte"

Schwerpunkt CAD CAM

Software – Schnell von der Idee zum Produkt: Was Start-ups wie der Gewächsautomat-Hersteller Agrilution vormachen, muss künftig jede Entwicklungsabteilung können. Die neue Solidworks-Version soll dabei helfen. von Hajo Stotz

06. November 2017

Indoor-Farming: für die einen ein Hipster-Kult, für die anderen eine Lösung zur Ernährung der steigenden Bevölkerungszahl – vor allem in den schnell wachsenden Städten. Denn um deren Bewohner mit frischen Lebensmitteln zu versorgen, müssen jeden Tag Millionen Tonnen bewegt werden. Es wäre doch weit umweltfreundlicher, zumindest einen Teil der Lebensmittel in der Stadt zu produzieren. Doch wie, bei dem geringen Platz?

Maximilian Loessl vom Start-up Agrilution in München weiß eine Antwort: »Mit PlantCube, dem Gewächsgarten für zu Hause.« Das Gerät, das einem Kühlschrank ähnelt, ermöglicht auf kleiner Fläche den Anbau von Gemüse. »Doch der Nährstoffgehalt ist deutlich höher, der Geschmack wesentlich intensiver als vergleichbare Produkte aus dem Supermarkt«, erklärt Loessl. Das liege unter anderem an den idealen Anbaubedingungen in dem abgeschlossenen System.

Auch vom Preis her sei die Investition von rund 2.000€ lohnend, beteuert Loessl: »Über fünf Jahre gerechnet, sind die Erzeugnisse aus dem PlantCube preislich vergleichbar mit Supermarkt-Produkten – alle Kosten, wie Investition, Samenplatten, Wasser- und Energieverbrauch, dabei eingerechnet.« Mehr als 8.000 Vorbestellungen gibt es bisher für das Gerät.

Entwickelt wurde der Gewächsautomat mit seinen mehr als 400 Einzelteilen mithilfe der CAD/CAM-Lösung Solidworks – was für Uwe Burk, Country Manager Central Europe bei Solidworks, auch der Anlass war, das Start-up zur Präsentation von Solidworks 2018 einzuladen.

»Mit Solidworks können Unternehmen jeder Größe neue Wege zur Herstellung von Teilen und Produkten beschreiten und innovative Ideen schnell auf den Markt bringen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind«, so Uwe Burk. »Und mit der neuen Version 2018 kommen Features dazu, die sie noch besser unterstützen.«

Eines der wichtigsten dabei ist Solidworks CAM: Es ermöglicht die regelbasierte Bearbeitung in Verbindung mit Know-how-Erfassung, um die Fertigungsprogrammierung weiter automatisieren zu können. Konstrukteure und Fertigungsingenieure gewinnen damit einen tieferen Einblick in ihre Konstruktionen, können fundiertere Entscheidungen treffen und Prototypenteile schneller erstellen.

»Bei der CAM-Integration schreiben wir mit Solidworks 2018 Geschichte«, ist Uwe Burk überzeugt. Jahrelang sind in Konstruktion und Fertigung verschiedene Tools und getrennte Prozesse eingesetzt worden, wodurch ein parallel ablaufendes Konstruieren nicht möglich war und es aufgrund mangelnden Zusammenwirkens zu Reibungsverlusten kam. Mit dem in Solidworks integrierten Solidworks CAM sei es nun möglich, so Uwe Burk, Konstruktion und Fertigung in ein ganzheitliches Konzept zu integrieren. Schnell und einfach vom Konstruktionskonzept zu gefertigten Teilen wechseln zu können, erlaube es, Produkte schneller, mit größerer vorhersehbarer Qualität und kostengünstiger zu entwickeln. Das mache neue »Build-to-Order«-Strategien mit benutzerdefinierten Teilen möglich, die in Sekunden statt in Stunden automatisch entworfen und programmiert werden. Solidworks CAM ist in der 2,5D-Version integrierter, kostenloser Bestandteil von Solidworks 2018.

Weitere Features der neuen Version sind u.a. die vereinfachte Elektrokonstruktion, die Möglichkeit zu Freihand-Skizzen, das verbesserte 3D Interconnect und die Rillen- & Zungenautomatisierung. Das Werkzeug für die Blechkonstruktion minimiert die Kosten bei der Erstellung von Vorrichtungen durch die Automatisierung des Konstruktionsschritts und kann für zylindrische Teile und Schweißkonstruktionen verwendet werden.

3D Interconnect unterstützt jetzt eine größere Vielzahl von Formaten, u.a. neutrale Dateien wie JT, STEP, IGES und ACIS. Referenzgeometrien wie Ebenen und Achsen werden ebenso unterstützt wie benutzerdefinierte Eigenschaften aus anderen CAD-Anwendungen.

Uwe Burk: »Wir machen auch das Lizenzmodell für unsere Kunden besser handhabbar. Der Projektverantwortliche kann sich nun mit derselben Lizenz, die er in der Konstruktion am Desktop nutzt, auch in der Fertigung mit seinem Notebook einloggen und findet dann seine spezifische Oberfläche vor.« hjsz

Erschienen in Ausgabe: 08/2017