»Wir sind Bachmann«

Porträt

Bachmann Electronic – Fragt man die Firma Bachmann nach dem Geheimnis ihres Erfolgs, ist die Antwort schnell gefunden: Das Wir-Gefühl steht im ganzen Unternehmen an oberster Stelle und wird in Form von Fairness und Offenheit direkt an die Kunden weitergegeben.

24. Februar 2009

Wer Bachmann besuchen möchte, der muss in das idyllische Vorarlberg nach Österreich reisen. Während sich die Häuschen der Stadt Feldkirch ans Bergmassiv ducken, vermittelt der Firmensitz den Eindruck einer wahren Hightech-Schmiede. So entsteht das Gefühl, man befinde sich im Silcion Valley: Schwarz verspiegelte Glasflächen flankieren die Eingangstüren, und wenn sie aufschwingen, öffnet sich die großzügige Lobby. Das silberne Modell eines Windkraftrads zieht den Blick auf sich. Gegenüber begrüßt die Rezeption die Bachmann- Besucher, in schicker Kombination aus schwarzem Glas und heller Holzverblendung. Raffiniert sind im Glas Strukturen von Leiterplatten eingearbeitet – alles sehr edel.

Konsequenter, unaufdringlicher Hightech- Stil eben. Aber schließlich rangiert Bachmann auch unter den weltweit führenden Hightech-Unternehmen und entwickelt, produziert und vertreibt innovative Systemlösungen für anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben. Der Standort in Österreich ist Produktionszentrum für rund 200.000 Systeme, die pro Jahr weltweit zum Einsatz kommen. Wer einen Blick hinter die Fassade wagt, dem offenbart sich jenseits aller Hightech der ganz besondere Charme von Bachmann, der mit ausschlaggebend für die Erfolgsgeschichte ist: Der Mensch steht hier im Mittelpunkt.

Das ist heute so und hat sich auch in den 38 Jahren, seit das Unternehmen als klassische Garagenfirma angefangen hat, nicht geändert. Das im Jahre 1970 am heutigen Stammsitz in Feldkirch gegründete Unternehmen verfolgte von Anfang an konsequent das Ziel: »Fortschritt in die Welt der Automatisierung zu bringen«. Anfangs bedeutete dies, dass Firmengründer Gerhard Bachmann bei der Entwicklung der ersten Steuer- und Regelgeräte noch selbst Hand angelegen musste.

Der Geist von Bachmann

Geprägt hat Gerhard Bachmann damit aber nicht nur den technischen Pioniergeist der Firma, sondern auch die ganz besondere Unternehmenskultur, die das Unternehmen bis zum heutigen Tage treibt: Im Hause Bachmann wird das »Wir« groß geschrieben. Egal, ob im Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern oder bei der Zusammenarbeit innerhalb des Bachmann-Teams. Fairness und Offenheit gehören ebenso zum Selbstverständnis der Unternehmenskultur, wie das Credo, keine Versprechungen zu geben, die nicht eingehalten werden können.

Ganz nach Gerhard Bachmanns Motto: »Eine langfristige Zusammenarbeit ist für uns wichtiger als der schnelle Profit – und das sehen unsere Kunden ganz genauso.« Die Jahre nach der Firmengründung stehen für eine nicht endende Erfolgsstory. Nach den analogen Steuerungsgeräten folgten in den 80er-Jahren μP-Steuerungen, Sondersteuerungen und Systemlösungen für Kunststoffspritzgießmaschinen.

Stufen des Erfolgs

Schon 1990 entwickelte Bachmann innovative Transputer-Steuerungen und IPC-Terminals. 1998 brachten die Feldkircher dann die erste PC-basierte Steuerung, die M1, auf den Markt. Diese war mit modernsten Intel- Pentium-Prozessoren ausgestattet und aufgrund der hohen Rechenleistung für nahezu alle Anwendungen geeignet. Das Jahr 2004 stand für Expansion: Bachmann eröffnete Niederlassungen in den Niederlanden, Dänemark und der Tschechischen Republik. Gleichzeitig wurden die Branchen Industrie und Windkraft stärker ausgebaut. Schon 2005 erreichten die Feldkircher den Marktführerstatus bei der Automation in der Windtechnik und entwickelten dank der hohen Qualität und Zuverlässigkeit der eigenen Komponenten den Slogan: »Automation in Progress.«

Im gleichen Jahr baute Bachmann seine Produktionskapazitäten stark aus. 2007 bot das Unternehmen Komplettsysteme mit integrierten Servoreglern an und nahm das praktische All-in-One-Engineering- Tool »Solution-Center« für Anwendungssimulationen in Betrieb. Zeitgleich öffneten weitere Niederlassungen in China, Indien und den USA ihre Pforten. 2008 brachte Bachmann die erste integrierte Sicherheitslösung auf den Markt und fasste den Entschluss, die Produktionskapazitäten ein weiteres Mal zu erhöhen. Das neue Entwicklungs- und Produktionsgebäude wird eine Nutzfläche von 5.500 Quadratmetern bieten und ab Mai 2009 insgesamt 200 neue Arbeitsplätze beherbergen. Der Erweiterungsbau ist auch dringend nötig, denn für das Geschäftsjahr 2008 erwartet das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzwachstum auf über 50 Millionen Euro.

Ziel ist Expansion

Damit Bachmann den Fortschritt und seinen Anspruch »Kundenwünsche von morgen schon heute realisieren« gerecht werden kann, setzt das Unternehmen auf die Kompetenz seiner Mitarbeiter. »Im Rennen um den entscheidenden Marktvorsprung sind die Qualifikationen und Kompetenzen der Mitarbeiter unser wichtigstes Kapital«, sagt Bernhard Zangerl (CEO). So verwundert es nicht, dass die Mitarbeiterzahl in den vergangenen zwei Jahren von 300 auf über 350 gestiegen ist und im Mai noch einmal aufgestockt wird. Einen kleinen Wermutstropfen hat das rasante Wachstumstempo jedoch: »Eine der größten Herausforderungen ist es, qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Direkt aus der Region ist dies kaum mehr möglich – der Einzugsbereich wird immer größer.«

Und der Firmengründer - 38 Jahre nach der Grundsteinlegung konzentriert sich Gerhard Bachmann heute als Präsident der Bachmann Gruppe ganz auf die Unternehmensstrategie und -entwicklung. Im Frontfeuer des Tagesgeschäfts steht jetzt Bernhard Zangerl und leitet die Geschicke des Unternehmens. Sich auf dem Erreichten auszuruhen, kommt für den umtriebigen Geschäftsführer nicht in Frage: »Für uns heißt Fortschritt niemals stillzustehen.« In diesem Sinne kommt der neue Erweiterungsbau genau zur rechten Zeit. Die Branche darf also gespannt sein, welche innovativen Ideen die Bachmänner – und selbstverständlich auch die Bachmann’schen Frauen – noch parat halten.

Christoph Scholze/aru

VITA

- Gerhard Bachmann (Präsident Bachmann Gruppe), Jahrgang 1945, absolvierte die HTL-Elektrotechnik in Innsbruck und arbeitete vier Jahre als Ingenieur in einer Patent- und Versuchsanstalt. 1970 gründete er die Firma Bachmann Electronic, 2007 dann die Bachmann Group, der er bis heute als Geschäftsführer und Inhaber vorsteht.

- Bernhard Zangerl (CEO Bachmann Electronic), Jahrgang 1966, studierte Elektronik und Nachrichtentechnik an der HTL Innsbruck. Nach verschiedenen leitenden Funktionen im internationalen Umfeld, u. a. als Technischer Leiter und General Manager für EMEA, verantwortet er seit 2008 als CEO die Geschicke der Bachmann Electronic GmbH.

Erschienen in Ausgabe: 01/2009