Wo man lasert, fallen Späne

Scharnierbandförderer - Schneiden und Stanzen mit dem Laser sind Hochtechnologien, die Maschinen teuer. Darum erwarten Anwender auch den integrierten Abtransport der Abfallprodukte.

28. Februar 2008

Wenn sich ein Unternehmen eine kostspielige Laserstanze leistet, möchte es sich nicht noch darum kümmern müssen, wie die anfallenden Reste verschwinden. Darum integrieren Maschinenbauer wie Trumpf aus Ditzingen von Anfang an zum Beispiel Späneförderer in ihre Anlagen. Die Nachfrage steigt, denn in der flexiblen Blechbearbeitung erschließen sich der Lasertechnik immer mehr Anwendungsfelder, beispielsweise durch das Laserschneiden. Doch wohin mit den Abfallprodukten, die bei dem Verfahren anfallen? Der Laserschneidrauch wird automatisch abgesaugt, für Schneidstaub, Schlacke und Zunder benötigen die Hersteller dagegen Scharnierbandförderer. Trumpf vertraut dabei auf Geräte wie den SRF 063.00 von Kabelschlepp. Die Siegener entwickeln und fertigen seit über 40 Jahren derartige Systeme für unterschiedliche Einsatzbereiche. Mit ihren Scharnierbandförderern löst das Unternehmen 80 Prozent aller Entsorgungsaufgaben. Die Geräte fördern nasse oder trockene Späne, Werkstücke und Abfallteile, warme Schmiedeteile, Pressteile oder Stanzschrott. Der Transport des Fördergutes erfolgt auf dem Obertrum des umlaufenden Scharnierbandes, Mitnehmer sorgen für einen Weitertransport im Steigungsteil. Im Falle einer Nassbearbeitung sammelt die Anlage Kühlschmierstoffe im Fördergehäuse und führt sie über einen optional lieferbaren Kühlmittelbehälter oder eine Pumpstation dem Maschinenkreislauf wieder zu. Trumpf setzt die Förderer vor allem in den 2D-Laserflachbettmaschinen der Trulaser-Serien 3000, 5000 und 7000 ein. Hierbei sind sie, statisch gesehen, ein Bestandteil der Gesamtmaschine.

Keine Alternative

Beim Laserschneiden gibt es zu den Scharnierbandförderern praktisch keine technische Altenative. »Im Bereich der Laserschneidstelle widersteht dieser Förderertyp der Laserstrahlung, die mit Temperaturen von weit über 1.000 Grad Celsius auf das Band einwirken kann«, erläutert Werner Schweizer, Entwicklungsleiter bei der Trumpf Maschinen Grüsch AG in der Schweiz. »Damit die Förderer begehbar sind, stattet Kabelschlepp deren Bänder mit einer Tragfähigkeit von mindestens 100 Kilogramm aus, und das bei Bandbreiten von bis zu 1.650 Millimeter.« Grundlage dafür sind gezielte Bandversteifungen. Die breite Bauform des Förderers ermöglicht zudem steile Seitenwände an der Absauganlage der Laserschneidmaschine. Diese Maßnahme dient der Sicherheit, denn sie verhindert Reflexionen des Laserstrahls, die andernfalls aus der Maschine austreten könnten. Darüber hinaus stehen die Scharnierbandförderer für ein sicheres Transportverhalten, weil auf ihnen keine Teile liegen bleiben und sie auch keine Teile einklemmen. Weitere Argumente für diese Art des Förderns sind die lange Lebensdauer oder ruhiges Laufverhalten. Abgesehen davon sind die Förderer laut Kabelschlepp auch wartungsfreundlich und wirtschaftlich und sie entsprechen den betrieblichen Sicherheitsanforderungen.

Nichts von der Stange

»Wir kaufen allerdings keine Förderer von der Stange«, betont Andreas Fuchs, Abteilungsleiter Produktionsmaterial und Zentraleinkauf von Trumpf Werkzeugmaschinen: »Die Förderer werden in enger Absprache zwischen Kabelschlepp und uns technisch so auf unsere Laserschneidmaschinen abgestimmt, dass sie unsere Ansprüche erfüllen. Ein Beispiel dafür sind die maschinenspezifischen Abmessungen der Förderbänder. « Und Werner Schweizer ergänzt: »Die Anpassung betrifft sowohl die Scharnierbandförderer SRF in den Trulaser-Maschinen als auch die Gurtbandförderer GBF für die Trupunch-Stanzmaschinen. Beim Stanzen ist es möglich, Gurtbandförderer einzusetzen, weil dabei keine heißen Teile anfallen.« Darüber hinaus baut Kabelschlepp nach Anforderungen von Trumpf maßgeschneiderte Förderer für Sonderaufgaben, in erster Linie für die Automobilindustrie. Das Siegener Unternehmen beliefert Trumpf just in time und ist damit ein wichtiges Bindeglied in dessen Fließfertigung. Andreas Fuchs weiß um die Wichtigkeit dieser Maßnahme: »Um die Vorteile des slowakischen Fertigungsstandortes von Kabelschlepp mit denen des synchronen Produktionssystems von Trumpf zu verknüpfen, das für hohe Wirtschaftlichkeit und Produktqualität steht, spielt die Logistik eine wesentliche Rolle. Ein Logistikdienstleister bringt die Förderer, unserem Feinabruf entsprechend, taktgenau an die Trulaser-Fließlinie.«

Schon seit zehn Jahren

Die Zusammenarbeit den beiden Unternehmen läuft schon länger als zehn Jahre und wurde kontinuierlich ausgebaut. Andreas Fuchs: »Kabelschlepp hat sich in den vergangenen Jahren als zuverlässiger Lieferant erwiesen, der qualitativ hochwertige Produkte zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet. Deshalb betrachten wir das Unternehmen als strategischen Partner.« Die Verantwortlichen bei Kabelschlepp hören diese Aussagen gern, zumal Trumpf für die Trulaser- und die Trupunch-Maschinen jedes Jahr eine große Zahl an Förderern benötigt. Gemeinsam arbeiten beide Unternehmen daran, das Preis-Leistungs-Verhältnis weiter zu optimieren, um die Basis für die Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit zu verbreitern.

Erschienen in Ausgabe: 01/2008