Zahlreicher Zusatznutzen

Gehäuse - Anbieter von Gehäuselösungen müssen heute mehr bieten, als die Hardware zum Schutz von elektrotechnischen und elektronischen Installationen. Zusätzlich gefragt sind daneben hilfreiche Dienstleistungen, passende Software und umfangreiches Zubehör.

11. Dezember 2007

Als technische Innovation gilt heute immer seltener ein einzelnes Produkt: Zunehmend gefragt sind stattdessen komplexe Systemlösungen, Prozessbeschleunigungen und wertschöpfende Dienstleistungen. Der Schaltschrankspezialist Rittal im hessischen Herborn zum Beispiel stellt deshalb neben seinem eigentlichen Produktspektrum mit mehr als 10.000 realen Produkten immer stärker auch den Gesamtnutzen seines Angebots in den Mittelpunkt.

Schnell zur Stückliste

So informiert der Anbieter von Industrieelektriklösungen beispielsweise in einem neuen Handbuch auf 1.350 Seiten in übersichtlicher Form über das komplette Produktspektrum von mehr als 10.000 Standardartikeln. Das Rittal-Produktprogramm umfasst die Bereiche Schaltschranksysteme, Elektronik-Aufbausysteme, Systemklimatisierung, Stromverteilung, IT-Lösungen und Kommunikationssysteme. Durchdachte Suchfunktionen führen dabei schnell zur passenden Lösung aus dem umfangreichen Produktsortiment. Eine zugehörige CD-ROM mit den verschlagworteten Texten und Bildern aus dem Handbuch ermöglicht nicht nur die Produktrecherche am Computer, sondern erstellt auf Mausklick auch gleich eine individuelle Auswahlliste der gewünschten Produkte für Anfragen, Bestellungen oder Stücklisten. Nach der Eingabe der gewünschten Stückzahlen finden sich die ausgewählten Produkte mit dem jeweiligen Einzelpreis sowie die Gesamtsumme im Warenkorb. Über einen Link ins Internet lässt sich die Bestellung direkt aufgeben.

Flinker Zugriff auf die Daten

Daneben hat Rittal innovative Engineering-Tools für die Fabrik der Zukunft entwickelt, mit deren Hilfe sich die unterschiedlichen Planungszyklen eines Schaltschranks oder einer Maschine effektiv unterstützen lassen. Mit der 3D-Bauteilebibliothek gestaltet sich die Anlagenplanung deutlich effizienter. So erübrigt sich für Elektrokonstrukteure und -ingenieure zum Beispiel das manuelle Erstellen der 3D-Modelle und der damit verbundene Zeit- und Kostenaufwand. Zudem entfällt das Risiko von Fehlern bei der Modellierung mit ihren häufig daraus resultierenden Qualitätsproblemen in der Anlagenfertigung.

Die Software RiCAD 3D ermöglicht stattdessen einen schnellen Zugriff auf die dreidimensional hinterlegten generischen Konstruktionsdaten der Gehäuse und passender Ausbauteile von Rittal in Form von Originaldaten zahlreicher CAD-Systeme. Unterstützt werden mehr als 95 verschiedene Datenformate für alle gängigen CAD-Systeme im 2D- und 3D-Bereich. Die bei Neutralformaten typischen Probleme wie Detailverlust, Konvertierungsaufwand oder das Verschwinden logischer Zusammenhänge sind damit ausgeschlossen.

Einfache Konfiguration

Zweckmäßige Tools für die Digitale Fabrik sind auch die über das Internet kostenlos nutzbaren Programme CP Comfort-Panel-Konfigurator und OptiPanel-Konfigurator, mit denen sich aus dem komplexen Rittal-Baukastensystem individuelle Bediengehäuse einfach und vollständig zusammenstellen lassen. Am Ende liefert die Lösung einen kompletten Ausschreibungstext samt Angebotsanfrage beim Hersteller, ein 3DCAD- Modell der konfigurierten Lösung auf Basis von RiCAD-3D. Auf diese Weise ermöglicht die Software die zeitgleiche Abwicklung von Konstruktion und kaufmännischen Prozessen.

Ein wichtiges Thema für die Anwender von Schaltschränken und Bediengehäusen ist auch die energieeffiziente Kühlung der verbauten Komponenten. Zentrales Entwicklungsziel bei Rittal ist deshalb stets die Steigerung des Gesamt-Wirkungsgrades der Produkte. Um die Energie- und Gesamteffizienz der Kühlsysteme zusätzlich einer neutralen, externen Beurteilung zu unterziehen, arbeitet das Unternehmen eng mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automation (IPA) in Stuttgart und dem TÜV Nord zusammen.

Zertifizierte Effizienz

Damit die Anwender auf einen Blick erkennen können, welchen ökologischen Nutzen die jeweiligen Kühlgeräte haben, hat das Unternehmen ein »Efficiency-Label« entwickelt, mit dem zukünftig alle Produkte gekennzeichnet werden, die nachweislich den Vorgaben der EN ISO 14021 entsprechen. Zusätzlich ergänzt wird das Efficiency-Label durch drei Bereichskennzeichnungen: Das Kennzeichen »Energy« steht für einen reduzierten Energieverbrauch durch eine Verbesserung des Wirkungsgrades. Der Bereich »Waste« kennzeichnet einen verringerten Verbrauch von Filtermedien durch den Einsatz abfallmindernder Nanotechnologie. Der Punkt »Performance« bestätigt einen dauerhaft hohen Wirkungsgrad bei belasteter Umgebungsluft durch Nanotechnologie. Alle drei Anforderungen des neuen Labels erfüllen beispielsweise die Hochleistungs- Kühlsysteme der Reihe TopTherm-Plus von Rittal.

Umfangreiches Zubehör

Höchste Zeit- und Kosteneffizienz ermöglicht jedoch nur ein aufeinander abgestimmtes Produktangebot. So nutzt Rittal das Montagezubehör der Serie TS 8 einschließlich Sockel nun auch in dem neuen TopPult-System. Dieser Ansatz gewährleistet einen einfachen und flexiblen Ausbau mit umfangreichen Ausbaumöglichkeiten, der keine Bestückungswünsche off en lässt. Dabei ermöglichen die exakt abgestimmten Gehäusemaße, dass im Unter-, Mittel- und Oberteil der Pulte identische Schienen eingesetzt werden. Das einheitliche Zubehörsystem verringert damit wesentlich den Aufwand für Lagerhaltung und Logistik und senkt somit deutlich die Kosten.

Hans-Robert Koch, Rittal/bt

Erschienen in Ausgabe: Wer macht was?/2008