Zeitgemäß bedienen

HMI – Die TX700-Bediengeräte von Turck machen bestehende Anlagen fit für moderne Automationssysteme. Sie runden das bestehende Programm ab, außerdem gibt es einen weiteren Neuling.

12. Februar 2019
Turck; TX700
Das HMI-Gerät TX700 von Turck verbindet als Kombi aus Bediengerät und Steuerung bewährte Automationskonzepte mit Industrie 4.0. (Bild: Turck)

von Michael Kleine

Die Kommunikation von Mensch und Maschine bleibt ein starkes Thema in der Automatisierung. Bei Anbieter Turck zeigt sich das in der HMI-PLC-Reihe TX mit Codesys-3-Programmierung. Hierbei handelt es sich im Prinzip um hybride Produkte, die neben einer elektronischen Einheit auch eine SPS an Bord haben. Ein etablierter Bestseller ist dabei das TX500, das jetzt mit der TX700-Serie »größere Brüder« bekommt.

»Alle Geräte der 700er-Serie verfügen als Highlight über einen Mehrkern-Prozessor mit 800 Megahertz Taktfrequenz«, sagt Olaf Ophoff, Leiter Produktmanagement Fabrikautomation Systeme bei Turck. »Damit die Grafik sauber läuft und auch die Kommunikation über alle Schnittstellen sehr schnell vonstattengeht.« So seien anspruchsvollere Steuerungsaufgaben und Visualisierungen sogar in Full HD möglich.

Als zweite große Neuheit präsentiert Turck die moderne Linux-Plattform in den HMI-Geräten. »Damit folgen wir den Trends in der Automatisierung und Linux eignet sich hierfür vor allem aufgrund der sehr hohen Performance«, nennt Ophoff die Motivation für die Entwicklung.

Mit ihren unabhängig voneinander entkoppelten Ethernet-Schnittstellen sind die TX700-Geräte ab Werk vielseitig einsetzbar, etwa als Master in Profinet, Ethernet/IP, Modbus TCP, Modbus RTU und CANopen. In beiden Modbus-Netzwerken ist auch der Einsatz als Server möglich. Eine von drei integrierten Schnittstellen deckt die klassischen Feldbusse ab, eine zweite dient als Kommunikationsmaschine und die dritte ist klassisch für die IoT-Welt bestimmt. »Eine solche Schnittstelle wird dort dringend benötigt, um möglichst viele Möglichkeiten zur Kommunikation in einem Gerät zu vereinen«, erklärt Olaf Ophoff.

»Generell verwaltet das TX700 als Master im gesamten Netzwerk alle eingebundenen Geräte und für die Automatisierung im Besonderen Antriebseinheiten, Frequenzumrichter oder Servoverstärker. Mit der TX700-Serie erweitern wir unser Portfolio und die Leistungsfähigkeit der HMI-Geräte. Damit sind wir in ihrem Bereich derzeit unschlagbar«, sagt der Produktmanager.

»Unsere HMI-Geräte sind zukunftssicher für Industrie 4.0.«

— Olaf Ophoff, Leiter Produktmanagement FA Systeme

Sicherheit integriert

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die funktionale Sicherheit, die in der Automatisierungstechnik immer mehr zum integralen Bestandteil wird. »Auch dem tragen wir mit unserem Safety-Hybrid-Modul Rechnung. Der Anwender kann durch das TX700 als Master mit dem Safety-Hybrid-Modul über die nicht sicheren Feldbusse kommunizieren und somit etwa Zustimmfunktionen einfach realisieren. Die Sicherheitsfunktionen werden lokal mit eigener Logik abgebildet«, sagt Produktmanager Ophoff. Als erwünschten Kundeneffekt sieht er, dass Turck immer mehr für sich stehende Automatisierungsteillösungen oder kleine Automatisierungspakete höchst effizient schnüren kann, auch in puncto funktionaler Sicherheit.«

Geballte Kommunikation

Das TX700 als Kommunikationsmaschine umfasst drei separierte Ethernet Ports. Einer dient dazu, ein Ethernet-Netzwerk aufspannen, der zweite ist für das lokale Netzwerk und der dritte für Netzwerkprotokolle, Cloud-Anwendungen und Industrie 4.0. »Dadurch, dass die Intelligenz im Gerät steckt, kann der Anwender verschiedene Netzwerke untereinander verbinden und damit verschiedene Welten aus der Automatisierung in einer Anlage an einer Stelle zusammenbringen«, fasst Olaf Ophoff zusammen.

Anwender können die Kommunikation zu Cloud- oder Büro-IT-Netzwerken zudem physikalisch hart von der Maschinensteuerung trennen. Dies garantiere eine zuverlässige PLC-Funktion und ermöglicht Switch-Funktionalitäten zum Aufbau von Linientopologien. Ein Sub-D-Stecker, ein SD-Kartenslot sowie zwei USB-Ports komplettieren die Reihe physikalischer Schnittstellen. Ophoff weiter: »Die Schnittstellenvielfalt des TX700 reduziert die Zahl vorzuhaltender Gerätevarianten erheblich. CANopen und Modbus RTU sind für Retrofits interessant, um bestehende Maschinenteile und Automatisierungsarchitekturen einfach an moderne Steuerungssysteme anzubinden.«

Die TX700-Geräte gibt es in fünf Displaygrößen von 5, 7, 10, 15 und 21 Zoll. Sie haben einen erweiterten Temperaturbereich und sind in Schutzart IP65 ausgelegt. Das Vollglasdisplay mit kapazitiver Touch-Funktion lässt eine intuitive Bedienung mit Gestensteuerung zu, wie von Smartphones bekannt. »Das Highlight ist das Zoomen. Man kann Bilder oder die Automatisierungsumgebung auf dem HMI abbilden, das Gesehene spreizen, verkleinern oder rotieren lassen. Eine weitere Funktion ist das Wischen zum Wechseln der Ansichten«, fasst Ophoff zusammen. Diese Gesten erkennt das TX700 kontrolliert und doch generisch, und es schlägt den Bogen zur Consumer-Welt.

Infobox

Auf einen Blick

Die TX700-Serie

- 5– bis 21-Zoll-Widescreen-TFT-Farbdisplays

- LED-Hintergrundbeleuchtung

- Auflösung bis Full HD

- 16 Millionen Farben

- Multitouch-Display mit Gestensteuerung

- Ein RJ45 Ethernet-Port mit 10/100/1.000 Megabit

- Zwei RJ45 Ethernet-Ports mit 10/100 Megabit

- Eine serielle Schnittstelle (RS232, RS485, RS422)

- Zwei USB Host-Ports

- Ein SD-Karten-Steckplatz

Der kleine Bruder

Mit der TX100-Serie bietet Turck ab sofort auch einfache HMI-Bediengeräte ohne PLC-Funktion an. »In vielen kleineren Applikationen und Automatisierungslösungen ist mehr gar nicht notwendig«, sagt Olaf Ophoff. Integriert sind Funktionen und Netzwerke, wie zum Beispiel ein integrierter OPC-UA-Server, der die parallele Übertragung von Monitoring-Daten an überlagerte Systeme erlaubt. Die Geräte koppeln sich mit übergeordneten SPS, die von verschiedenen Herstellern sein können. Dafür gibt es auch eine eine eigene Visualisierungssoftware, die bei Turck TX VisuPro heißt. T

Erschienen in Ausgabe: 01/2019