Zügig Zähne zeigen

2D/3D - Planetengetriebe, Verzahnungen und Sondergetriebe erfordern höchste Präzision. Die GSC Schwörer GmbH konstruiert und fertigt mit hochmoderner Technik. Da Kundenwünsche immer höchste Priorität haben, konstruiert man in 2D und in 3D.

08. Mai 2006

Wo sich Motoren drehen, sind Getriebe nicht weit. Je spezieller diese Getriebe sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie aus dem Hause GSC Schwörer stammen. Das Unternehmen blickt auf eine fast 70-jährige Geschichte zurück und hat sich in dieser Zeit vom Kleinbetrieb zu einem internationalen Mittelstandsunternehmen der Antriebstechnik gewandelt.

125 Mitarbeitende entwickeln und produzieren Planetengetriebe, Flach-/Stirnradgetriebe, Verzahnungsteile und Drehteile für die Bereiche Medizintechnik, Haustechnik, Maschinenbau, Fördersysteme, Automobilindustrie und andere Branchen. Nur wenige Aufgaben werden an externe Dienstleister vergeben. »Von der Verarbeitung des Stangenmaterials bis zum Finish machen wir fast alles bei uns im Haus«, erläutert Produktkonstrukteur Hans Joachim Bosbach. Eine Stärke von GSC Schwörer ist es, komplexe Anforderungen in kurzer Zeit wirtschaftlich und auf hohem technischem Niveau zu erfüllen. Sowohl in der Entwicklungsphase als auch nach dem Verkauf steht man in ständigem Kontakt mit dem Kunden, um jederzeit sofort auf Änderungswünsche reagieren zu können.

AutoCAD zog 1995 in die Konstruktionsabteilung ein und begleitete die Entwickler über mehrere Jahre. »Wir haben uns durch regelmäßige Updates immer auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten«, sagt Hans Joachim Bosbach, »schließlich ist die Technologie des Konstruktionswerkzeuges bei der Konstruktion ebenso wichtig wie die neueste Technologie in der Fertigung.«

Im Jahr 2001 suchte man nach Möglichkeiten in 3D zu konstruieren. Der neue Systempartner, die Firma Keiler CA aus Villingen-Schwenningen, präsentierte Mechanical Desktop - ebenfalls aus der Autodesk-Familie. Die Entscheidung fiel leicht, denn mit der Kombination von AutoCAD und Mechanical Desktop konnte man von Fall zu Fall entscheiden, ob man 2D oder 3D arbeitet. Bestehende Zeichnungen konnte man weiterhin benutzen, ohne sie zu konvertieren. »Mit dem 3D-System waren wir noch besser in der Lage, Kundenwünsche zu erfüllen, denn immer mehr Kunden lieferten 3D-Daten oder wollteb von uns 3D-Pläne ihrer Produkte«, erinnert sich Hans Joachim Bosbach.

Altdaten sind keine Altlasten

Seit 1995 entstanden auf diese Weise rund 5.000 CAD-Zeichnungen und -Entwürfe - zu je 50 % mit AutoCAD und mit Mechanical Desktop. Das PDM-System Compass (heute Autodesk Productstream Compass) war bei der Datenverwaltung eine große Hilfe, sodass Änderungs- und Teilemanagement sich nahtlos in das CAD-System integrieren ließen. Gleichzeitig wuchsen die Anforderungen im 3D-Bereich. In dieser Situation kam die neue 3D-Software von Autodesk - Autodesk Inventor Series - wie gerufen. Auch diese Lösung bietet mit dem integrierten Autodesk Mechanical die Möglichkeit, zweidimensional zu konstruieren, sie liefert auf der anderen Seite mit dem Inventor ein vollwertiges leistungsfähiges 3D-System und integriert die Projektdatenbank von Compass. Da auch die Datenformate weitgehend identisch sind, konnten die Konstrukteure bei GSC Schwörer ihre 5.000 Zeichnungen und Entwürfe ohne großen Aufwand weiterhin verwenden. Wo eine Konvertierung nötig war, konnte man auf die Dienste des Systemhauses zurückgreifen, so dass bei der Umstellung kaum Zeit verloren ging.

Das vierköpfige Entwicklungsteam stieg gleichzeitig um: Es gab mehrere Schulungsblöcke, abwechselnd beim Systemhaus Keiler und im eigenen Büro. Fragen, die danach auftauchten, konnte man mit dem Systemhaus schnell klären. Hans Joachim Bosbach: »Und wenn man mal überhaupt nicht weiter weiß, schaltet sich der Berater in Villingen einfach über das Fernwartungssystem ein, und dann ist das Problem mit ein paar Mausklicks gelöst.« Doch solche Feuerwehrfälle seien selten: Schließlich bringe jeder der Konstrukteure rund zehn Jahre CAD-Erfahrung mit und der Autodesk Inventor sei beim Aufbau der CAD-Modelle und der Konstruktionen verständlich und logisch.

Ob man eine 2D-Zeichnung beginnt oder ein 3D-Modell aufbaut, ist auch heute noch von den Wünschen des Kunden abhängig. 2D-Zeichnungen verwendet man vor allem für Angebote oder dann, wenn man 2D-Teile aus bestehenden Projekten nochmals benötigt. Mittlerweile ist jedoch jeder zweite Auftrag ein 3D-Projekt. Hier liefern die Kunden in der Regel konkrete Konstruktionsvorgaben, z.?B. den an ein künftiges Getriebe angeflanschten Motor als eindeutige Schnittstelle zu ihrem Produkt. Unabhängig von seinem CAD-Programm liefert der Kunde diese Daten in der Regel im STEP-Format. Das digitale Bauteil lässt sich, ebenso wie digitale Modelle von Normbauteilen verschiedener Lieferanten, direkt in den Autodesk Inventor einlesen und weiterbearbeiten. Während der Entwicklung arbeiten die Konstrukteure intern natürlich im Inventor-Format. Das Endergebnis wird dann wieder als STEP-Datei ausgegeben und an den Kunden weitergeleitet. Doch Autodesk Inventor überzeugt nicht nur beim Datenaustausch, sondern auch bei der Konstruktion. Hier bewährt sich der Konstruktions­assistent, der parallel zu der Arbeit am Projekt ›mitläuft‹. Er unterstützt die Entwickler bei komplexen Aufgaben, wie Schraub- oder Keilwellenverbindungen, Lager- und Verzahnungsberechnungen. Für die Berechnung von Verzahnungen gibt es bei GSC Schwörer noch ein weiteres Werkzeug: KissSoft ermittelt präzise die für die Verzahnungsauslegung erforderlichen Geometrie- und Werkstoffdaten. Allerdings liefert der Inventor eine fast deckungsgleiche Verzahnungskontur, die für die visuelle Darstellung auf den technischen Zeichnungen eine große Hilfe ist. Generell profitiert der Fertigungsablauf von der 3D-Konstruktion: Auch jemand, der geübt ist, technische Zeichnungen zu lesen, kann sich das künftige Produkt anhand einer 3D-Zeichnung besser vorstellen.

Roswitha Menke

Erschienen in Ausgabe: 03/2006