Zukunft braucht Software

Mit der Zukunftsstudie "Digitales Engineering 2025" will das VDC Fellbach aufzeigen, wie sich die Produktentwicklung und Produktionsplanung in den nächsten zehn Jahren entwickeln könnte. Eines steht anscheinend jetzt schon fest: Die Zukunft wird noch digitaler.

07. November 2016

Mit der neuen Studie will das VDC Fellbach insbesondere kleinen und mittelgroßen Unternehmen Szenarien und eine Roadmap anbieten, wie sich das digitale Engineering bis 2025 voraussichtlich entwickeln wird. Die Studie basiert auf einer Befragung von Mitgliedern des VDC Fellbach, unter denen sich sowohl Anwender als auch Anbieter von 3D-Techniken befinden.

Dabei steht die Branche Maschinen- und Anlagenbau im Vordergrund, die in der Region Stuttgart stark vertreten ist. "3D-Techniken" bedeutet in diesem Zusammenhang die Erzeugung (z.B. Modellierung, Laserscannen, CT), Aufbereitung (Konvertierung, Simulation) und Ausgabe (Visualisierung) von 3D-Daten. Diese  Methoden der 3D-Produktentwicklung sind schon heute relevant, ihre Verbreitung soll aber nochmals deutlich zunehmen.

Die meisten Befragten gehen davon aus, dass dieser Trend über die kommenden zehn Jahre weiter anhält "bis zur vollständigen Mischung von realen und virtuellen Komponenten" und erst danach abflacht. Die virtuellen Techniken stehen im Dienst des "Frontloading" - das heißt es werden immer mehr Planungstätigkeiten in eine frühe Phase der Produktentwicklung verlegt, da bekanntlich die Kostenfestlegung großteils früh in der Produktentwicklung erfolgt. Dies soll mit höherer Planungssicherheit erfolgen.

Unter anderem haben die Befragten für VR- und AR-Methoden in vielen Anwendungsbereichen Potenziale gesehen. Bei diesen fünf Themenfelder stuften rund 75 Prozent und mehr VR/AR als "wichtig" ein:

- Fabrikplanung

- Geometrie und Digital Mock-up

- Produktionsplanung

- Montagesimulation

- Usability und Ergonomie

Für erfolgreiches digitales Engineering sehen die Teilnehmer sehr überwiegend unternehmens- und abteilungsübergreifenden Datenaustausch als wichtig bis sehr wichtig an. Als wichtigste Voraussetzung dafür gelten offene Datenaustauschformate, gefolgt von standardisierten Produktbeschreibungen und offenen Kommunikationsprotokollen.

Viele Befragte sind allerdings der Ansicht, dass sich statt dessen eher proprietäre Ansätze etablieren werden. "Die Entwicklung und der intelligente Einsatz von leistungsstarker industrieller Software werden zum bestimmenden Faktor für die Industrie werden", lautet eine der abschließenden Aussagen. Die gesamte Studie mit 25 Seiten Umfang ist kostenlos zum Download erhältlich.