Zukunftssicher

Technik

Software – Der neue PLC Designer von Lenze 3 setzt auf der neuen Version 3 von Codesys auf. Mit diesem Industriestandard sollen Anwender effizient steuern können.

18. April 2011

Herstellerübergreifende freie Programmierung findet sich in der Antriebs- und Automatisierungstechnik in den fünf verschiedenen Editoren der nach IEC 61131-3 normierten Programmiersprachen. Aufgrund seines hohen Verbreitungsgrades gilt hier Codesys von 3S als Standard. Die neue Version 3 bietet dabei neue Möglichkeiten bei der Programmierung. Darum ist sie Grundlage des vollständig überarbeiteten L-force PLC Designers des Antriebs- und Automatisierungsspezialisten Lenze.

Der L-force PLC Designer 3 ist das Programmiertool innerhalb der Lenze-Engineering-Produktpalette. Das Unternehmen verspricht sich von der neuen Version 3 einen Produktivitätsschub im Engineering und gleichzeitig Zukunftssicherheit.

Zusätzlich hat Lenze die Möglichkeiten genutzt, die das Release mit seiner Objektorientierung und Plug-in-Technik bietet, um das Standardsystem zu optimieren und zu erweitern sowie einen zuverlässigen Dauerbetrieb in Automatisierungssystemen sicherzustellen. Gegenüber dem reinen Codesys hat Lenze beispielsweise das Timing verbessert und auf die eigene Hardware angepasst. Dieses führt zu einer optimierten Packungsdichte, um die Performance der Kommunikation auf dem Bus bestmöglich auszunutzen.

Mit der Gateway-Funktion des erweiterten Systems kann der Anwender beim Engineering durch den Controller hindurch auf die angeschlossenen unterlagerten Feldgeräte zugreifen. Dies ist unabhängig vom verwendeten Bussystem sowohl über CAN als auch über Ethercat möglich.

Durchgängig konfigurieren

Genutzt wird für diese Arbeiten der L-force Engineer, Lenzes durchgängige Konfigurier- und Parametrier-Software. Dieses System unterstützt auch Anwender, die keine Programmierkenntnisse haben. Erreicht wird dies zum Beispiel mit einer Bedienoberfläche, die mit ihren grafischen Elementen speziell auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten wurde. Generell ist auch mit dem L-force Engineer geräteübergreifendes Engineering kein Problem, lästige Doppeleingaben von Daten entfallen auf diese Weise.

Mit den Neuerungen im L-force PLC Designer 3 möchte Lenze erreichen, dass Anwender schneller programmieren und einfache wiederverwendbare Bausteine erstellen können. Darüber hinaus lässt sich die erstellte Software besser modularisieren.

So können jetzt mehrere Steuerungen in einem Projekt die gleichen Bausteine verwenden. Um die Kommunikation zwischen mehreren Steuerungen in einem Projekt einfacher zu testen, umfasst das System Funktionen und Werkzeuge, mit denen sich Applikationen effizient diagnostizieren und auf Programmfehler untersuchen lassen. Werte deklarierter Variablen werden direkt im Programmcode angezeigt und sind problemlos zu ändern.

Fehler schnell finden

Durch die Definition von Haltepunkten, sogenannten Breakpoints, und anschließendes schrittweises Abarbeiten des Codes sind Fehler schnell zu finden. Mit bestimmten Bedingungen versehen, bieten diese Haltepunkte noch effektiveres Debugging. So kann der Bediener Programmfehler noch gezielter detektieren.

Die nahtlose Integration der L-force-Hardware ist das Rückgrat der Lenze-spezifischen Anpassung von Codesys mit dem L-force PLC Designer 3 als Ergebnis. Damit folgt das Unternehmen den anhaltenden Bestrebungen des Maschinen- und Anlagenbaus zu weitgehend standardisierten Arbeitsweisen, vor allem bei der Programmierung.

Beim neuen Release hat Lenze zum Beispiel die Module des aktuellen I/O-Systems 1000 mit aufgenommen. Der Anwender kann so die einzelnen I/O-Module direkt in den Projektbaum des L-force PLC Designer einfügen, um sie dann mit dedizierten Bedienoberflächen intuitiv zu parametrieren. Gleiches gilt für die neue Controller-Familie L-force Controller 3200 C. Basierend auf dem Atom-Prozessor von Intel schafft der Controller eine leistungsstarke Rechnerarchitektur auch auf kleinstem Raum, Zwangskühlung und andere bewegte Bauteile sind nicht erforderlich.

Der Controller 3200 C besitzt zwei 100-MBit-Ethernet-Schnittstellen mit integriertem Switch und zwei USB-Schnittstellen. Eine dritte Ethernet-Schnittstelle ist für den Betrieb als Ethercat-Master reserviert. Dank der modularen Bauweise kommuniziert das nur 136 Millimeter breite Gerät mit weiteren Bussen wie CAN und Profibus. Auf eine konventionelle Festplatte hat Lenze verzichtet und stattdessen ein Slot für SD-Speicherkarten integriert. Über den eingebauten 48-Megahertz-Rückwandbus lassen sich Scheiben aus dem I/O-System 1000 direkt anreihen.

Objekte als Option

Auch die Unterstützung objektorientierter Programmierung soll zum avisierten Produktivitätsschub beitragen. Mit dieser optionalen Methode lassen sich bestehende Programmteile leichter wiederverwenden und erweitern. Zugleich kann der Bediener aber auch weiterhin Programme erstellen, die ohne die neuen Programmiertechniken auskommen und nur die bisherigen Sprachelemente der IEC 61131-3 nutzen.

Zur Führung von Bewegungen enthält der L-force PLC Designer 3 Bibliotheken mit zertifizierten Motion-Bausteinen nach PLCopen Part I und II sowie Funktionen, mit denen sich elektronische Kurvenscheiben und Nockenschaltwerke oder eine Robotersteuerung verwirklichen lassen.

Lenze bietet den L-force PLC Designer 3 zum Aufbau von Steuerungen im Industriestandard der IEC 61131-3 in vier Lizenzstufen an. Die Ausführungen reichen von Einfach- und Mehrfachlizenzen bis hin zu Firmen- und Buy-out-Versionen.

Auf einen Blick

L-force PLC Designer 3

- Programmiertool innerhalb der Lenze- Engineering-Produktpalette

- L-force Hardware Controller 3200 C und I/O System 1000 integriert, umfassende Features

- Basis zur effizienten Umsetzung einfacher und umfangreicher Automatisierungsaufgaben

- Aufbau von Steuerungen im Industriestandard der IEC 61131-3 in vier Lizenzstufen

Erschienen in Ausgabe: 03/2011