Zulassung beim Zoll

Weitreichende Veränderungen firmeninterner Abläufe können die neuen Regelungen des Zollkodexes für viele Unternehmen bedeuten, die überwiegend grenzüberschreitend tätig sind. Viele haben davon bisher noch kaum Notiz genommen.

30. Mai 2007

Die zunehmende Globalisierung und die veränderte Sicherheitslage haben die Weltzollorganisation (WZO) veranlasst, weltweite Rahmenbedingungen für ein modernes und effektives Risikomanagement in den Zollverwaltungen zu schaff en. Der internationale Austausch von Waren soll hierdurch noch sicherer und transparenter gestaltet werden. Für viele Unternehmen gerade aus dem Bereich der Mechatronik ist die Einführung des Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (engl. Authorised Economic Operator - AEO) ein wesentlicher und durchaus interessanter Bestandteil.

Ab 1. Januar 2008 können Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, diesen Status bei ihrem zuständigen Hauptzollamt (HZA) beantragen. Er berechtigt zu Vereinfachungen gemäß den Zollvorschriften und zu Vergünstigungen bei sicherheitsrelevanten Zollkontrollen. Es ist anzunehmen, dass sich zukünftig vorrangig die nicht zertifizierten Unternehmen umfangreichen und zeitraubenden Kontrollen zu unterziehen haben. Allerdings darf auch nicht der voraussichtliche Aufwand unterschätzt werden, den das Antragsverfahren mit sich bringen wird. Hierbei kann jedoch hilfreich sein, sich möglichst früh mit dem zuständigen Hauptzollamt in Verbindung zu setzen und die Vorbereitungen zeitig beginnen zu lassen. Dieser Aufwand kann sich sehr schnell bezahlt machen.

Derzeit laufen Verhandlungen mit Drittländern wie den USA, China und der Schweiz, mit dem Ziel, eine über die EU-Grenzen hinaus reichende Anerkennung des Status zu erreichen. Dies wäre ein enormer Gewinn.

Weiterhin ist davon auszugehen, dass dieses Etikett auch weitergehende Funktionen bekommen wird: Eine zusätzliche Attraktivität des Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten ist darin zu sehen, dass hierdurch die hohe Verlässlichkeit eines Unternehmens deutlich wird und Geschäftspartnern und Kunden als Qualitätskennzeichen dienen kann. In einzelnen Industriezweigen gibt es bereits Überlegungen, denen zufolge künftige Geschäftsbeziehungen davon abhängig gemacht werden sollen, ob der potenzielle Geschäftspartner diesen Status vorweisen kann. Denkbar ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass insbesondere größere Unternehmen dieses Qualitätskennzeichen zum festen Bestandteil ihrer Ausschreibungen und als Kriterium bei der Auftragsvergabe machen werden.

Insoweit kann Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, nur geraten werden, sich frühzeitig mit dieser Thematik zu befassen und rechtzeitig alle Vorbereitungen für eine Antragsstellung zu treffen. Helfen können hierbei die HZA selber, die hierfür spezielle Ansprechpartner haben, sowie die Kammern und spezialisierte Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater.

Erschienen in Ausgabe: 04/2007