Zuverlässig drahtlos

Ansys übernimmt US-Spezialisten für Simulation und Analyse von HF-Systemen.

12. Oktober 2015

Ansys akquiriert mit Delcross Technologies einen namhaften Spezialisten für elektromagnetische Simulation. »Durch die Übernahme erhalten die Kunden von Ansys die Möglichkeit, zu untersuchen, wie Antennen in ihren Betriebsumgebungen interagieren, und wie dieses Verhalten die Fähigkeit des Systems zum störungsfreien Senden und Empfangen von Daten insgesamt beeinflusst. Ansys wird die branchenführende Technologie von Delcross für einen größeren Markt zugänglich machen und die Führungsposition bei Lösungen für Antennendesign, Leistungsoptimierung von Wireless-Systemen und EMI-Vorhersage weiter stärken«, betont Dr.-Ing. Georg Scheuerer, Geschäftsführer von Ansys Germany.

»Die kombinierte Hochfrequenz-Lösung von Ansys wird ein beispielloses Portfolio für die Entwicklung von Wireless-Systemen darstellen. Wenn wir dieses erweiterte Elektronik-Angebot mit unseren erstklassigen Struktur- und Strömungslösungen verbinden, können unsere Anwender vollständigere virtuelle Prototypen kompletter Systeme erzeugen«, so Scheurer weiter

Im Zuge der Entwicklung des Internet der Dinge werden Antennen heute in immer mehr Branchen und Produkten verwendet. Autonome Fahrzeuge, intelligente Stromzähler, Drohnen, Biosensoren und Wearable-Elektronik zählen zu den Produkten, die eine oder mehrere Antennen zur drahtlosen Datenübertragung verwenden. Die Software von Delcross soll ermöglichen, dabei auftretende Störungen frühzeitig zu erkennen.

Die verwendete Solvertechnik basiert auf der SBR-Methode (Shooting and Bouncing Rays), welche die bisher bekannte Physical-Optics-Methode um Mehrfachreflexionen erweitert und dadurch eine genauere Beschreibung von Wechselwirkungen – zum Beispiel zwischen Antennen und Reflektoren – ermöglicht. Damit soll dieser Ansatz sehr gut geeignet sein, die Wellenübertragung auch in einer komplexen, reflektierenden Umgebung wie Schiffskörper, Gebäuden oder für Situationen im Straßenverkehr zu beschreiben. Dieser SBR-Solver lässt sich mit den schon vorhandenen Solvern aus dem Programm Ansys-HFSS koppeln. Das soll die Berechnung komplexer Übertragungsszenarien mit hoher Genauigkeit ermöglichen.