Zuverlässig im Einsatz

Spezial Industrieelektronik

Relais – Auch heute noch ist das Relais als elektromagnetisches Bauteil aus vielen Anwendungen nicht wegzudenken. Qualitativ hochwertige Ausführungen wie die von Finder sorgen dafür, dass Geräte und Anlagen sehr zuverlässig und hochverfügbar arbeiten.

16. Februar 2017

Das moderne Kommunikationszeitalter begann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Telegrafie, die es erstmals erlaubte, Informationen über eine weite Strecke zu übermitteln. Als Erfinder der Telegrafie gilt allgemein Samuel Morse. Doch erst die Erfindung des Relais durch Joseph Henry 1935 ermöglichte auch die Übertragung über große Entfernungen durch sogenannte Relais-Stationen, in denen das Signal verstärkt wurde.

Die grundlegende Funktionsweise eines Relais als elektromagnetischer Schalter ist seit dem 19. Jahrhundert unverändert. Damit lassen sich einerseits vergleichsweise hohe Lasten sicher schalten und andererseits gewährt ein Relais eine galvanische Trennung zwischen Steuerleitung und Verbraucherseite.

Relais sind in verschiedenen Bauformen erhältlich. Große Anlagen, bei denen eine große Zahl von Relais entsprechend viele Verbraucher versorgen, werden häufig in Schaltschränken untergebracht. Zum Einsatz kommen hierfür oft Relais, die auf DIN-Tragschienen montiert und separat verkabelt werden.

Für sehr viele kleinere Anwendungen, bei denen die Steuerung nur einen geringen Platzbedarf hat, kommen sogenannte Printrelais zum Einsatz, die sich für den Einbau direkt auf einer Leiterplatte eignen. Der große Vorteil solcher Leiterplattenrelais liegt darin, dass Montage und elektrischer Anschluss gleichzeitig erfolgen. Statt Printrelais fest einzulöten sind auch Steckverbindungen– etwa mit den in der Automobilelektronik gebräuchlichen Faston-Verbindern– möglich. Sollen Printrelais doch einmal auf DIN-Tragschienen montiert werden, sind Relaistypen erhältlich, die in einen passenden Sockel gesteckt werden können, über den dann auch die Kontaktierung erfolgt.

Stark in Antrieben

Eine typische Anwendung für Relais im Allgemeinen und auch für Printrelais ist das Schalten von elektrischen Antrieben. Je nach Antriebsart entstehen beim Anlauf eines elektrischen Antriebs sehr hohe Ströme. Relais, die solche Antriebe schalten, müssen solche Ströme schalten, ohne dass dabei Probleme auftreten.

Ideal geeignet für solche anspruchsvollen Aufgaben sind die Relais der Serie 45 von Finder, die mit einem Schließer oder einem Öffner erhältlich sind. Sie können mit einem maximalen Dauerstrom von 16A bei 250Volt AC belastet werden. Während des Schaltvorgangs sind Ströme bis zu 30Ampere bei bis zu 400 Volt möglich. Die Relais gewährleisten eine sichere Trennung zwischen Spule und Kontaktsatz gemäß der Normen EN 50178, EN 60204 und EN 60335.

Eine weitere Anwendung für diese Relaistypen sind etwa Torantriebe. Beim Einschalten des Antriebs– wenn der Motor anläuft– können hier entsprechend hohe Einschaltströme entstehen. Einphasige Antriebe mit einer Leistung bis zu 0,55 Kilowatt lassen sich mit den Printrelais sicher schalten.

Neben Torsteuerungen kommen die Relais der Serie 45 auch in Saunasteuerungen oder in Haushaltsgeräten, wie Waschmaschinen oder Wäschetrocknern, zum Einsatz. Je nach genauer Variante arbeiten die Relais bei Umgebungstemperaturen bis zu 125 Grad Celsius absolut zuverlässig. Der Typ 45 kann direkt über die Leiterplatte kontaktiert werden. Alternativ sind auch Varianten mit Faston-250-Kontakten erhältlich.

Je nach Anwendung ist der Platz für die Steuerungstechnik begrenzt. Wenn etwa die komplette Automatisierungstechnik in einem kleinen Gehäuse untergebracht werden soll, muss auch die Leiterplatte entsprechend kompakt aufgebaut sein. Hier eignen sich Printrelais der Serie34 von Finder, die lediglich fünf Millimeter breit sind. Damit lassen sich Leiterplatten mit einer hohen Packungs- und Funktionsdichte realisieren.

Sollen die Relais nicht direkt auf die Leiterplatte gelötet werden, stehen Fassungen für die DIN-Tragschienenmontage zur Verfügung. Diese können wahlweise mit Schraub-, Zugfeder- oder Push-in-Klemmen kontaktiert werden.

Die Printrelais von Finder lassen sich sehr einfach in die Fassungen einstecken. Ein Halte- und Demontagehebel erleichtert die Handhabung.

Solche Relais finden sich überall dort, wo kompakte Automatisierungslösungen gefragt sind. Da die Schaltspielzahl der Relais sehr hoch ist, eignen sich die Relais auch für Anwendungen, bei denen die Verbraucher relativ häufig geschaltet werden müssen. Beispiele hierfür sind Lötanlagen, Heizgeräte oder -regler sowie Anlagen, in denen Magnetventile geschaltet werden müssen.

Die Relais sind unempfindlich gegenüber Vibrationen oder Schockbelastungen und weisen kaum Kontaktprellen auf. Die Qualität sorgt für eine hohe Zuverlässigkeit in der Anwendung.

Hohe Anforderungen

Das Schalten von Gleichspannungen stellt im Vergleich zu Wechselspannungen besondere Anforderungen an die verwendete Relaistechnik.

Gerade durch den starken Ausbau von Photovoltaikanlagen im Rahmen der Energiewende besteht hier ein sehr großer Bedarf. Aber auch Ladesysteme für Akkus und Schweißgeräte arbeiten mit Gleichspannung.

Relais, wie die Typen aus der Serie 67 von Finder, kommen etwa in Solarwechselrichtern zum Einsatz. Diese Printrelais haben entweder zwei oder drei Schließer, so genannte Brückenkontakte mit jeweils einem Kontaktöffnungsweg von größer gleich drei oder 5,2 Millimetern.

Der maximal zulässige Dauerstrom beträgt 50 Ampere pro Kontakt bei einer Nennspannung von 400Volt AC. Die Relais können mit allen gängigen Nennspannungen von fünf bis 110Volt DC angesteuert werden. Die Ansteuerung dieser Relaistypen spart Energie: Die Nennleistung liegt je nach Typ bei 1,7 oder 2,7 Watt; die Halteleistung beträgt nur 170 Milliwatt.

Relais von Finder können in Anwendungen weltweit eingesetzt werden. Für Anwendungen, bei denen die Relais direkt auf der Leiterplatte integriert werden sollen, bietet das Unternehmen ein sehr großes Produktspektrum an. 

Die Printrelais der verschiedenen Typen erfüllen dabei nicht nur die Normen für den europäischen (IEC) und nordamerikanischen Markt (UL), sondern haben auch viele weitere länderspezifische Zulassungen wie IMQ für Italien oder EAC für den eurasischen Wirtschaftsraum wie etwa Russland, Weißrussland und Kasachstan. Anwender profitieren zudem von der Qualität der Relais, die zu einer hohen Zuverlässigkeit der Anlage beiträgt. mk

Auf einen Blick

Finder

• Seit 1954 arbeitet das italienische Unternehmen Finder ausschließlich im Bereich von Schalt-, Zeit- und Überwachungsrelais.

• Mit über 12.500 unterschiedlichen Produkten verfügt Finder über ei-nes der umfangreichsten Relais-programme auf dem Markt.

• Finder hat weltweit die meisten Zulassungen von allen Relais-Herstellern und produziert an vier Standorten. Der Stammsitz befindet sich in Almese bei Turin.

Erschienen in Ausgabe: 01/2017