Zwilling für Maschinen

Mit dem Softwarepaket "Advanced Machine Engineering" will Siemens PLM den digitalen Zwilling im Maschinen- und Anlagenbau ermöglichen. Die Nutzung funktionaler Module und umfangreich parallelisierte Konstruktion und Entwicklung versprechen, dass die Maschinen in kürzerer Zeit entwickelt werden.

16. Januar 2018

Mit Advanced Machine Engineering stellt Siemens PLM Software ein neues Paket für den komplexen Maschinen- und Anlagenbau vor. Die Software bietet Funktionen für die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und Software-Engineering. das System soll Ingenieuren die Herstellung eines digitalen Prototypen ermöglichen, der während des gesamten Entwicklungsablaufs fortlaufend getestet werden kann. Das verbessert die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Entwicklern und soll die Entwicklungszeit verkürzen. Die Software beruht auf umfangreichen CAD/CAM/CAE-Funktionen von Siemens NX sowie auf dem PLM-System Teamcenter. Tools aus dem Sinumerik-Portfolio für die Steuerungsentwicklung sind ebenfalls im Paket enthalten.

"Diese Technologie ermöglicht es Kunden, Maschinen schneller und mit höherwertigen automatisierten Lösungen zu liefern", erklärt Thomas Strigl, Business Development Leader, EDAG Production Solutions. "So konnte die Zeit bis zur Inbetriebnahme einer realen Maschine beispielsweise um bis zu einem Drittel der ursprünglichen Zeit verkürzt werden."

Die Software basiert auf einer modularisierten Produktentwicklungsstrategie, die innerhalb einer Produktfamilie gemeinsame Teile und Prozesse etabliert. Weitere Module sind so ausgelegt, dass sie sich möglichst einfach an die Anforderungen der Kunden anpassen lassen. Gleichzeitig soll die Anwendung hochentwickelter multidisziplinärer Techniken den Übergang von serieller zu paralleler Entwicklung ermöglichen. Außerdem enthält das Softwarepaket Funktionen zur Steuerung der Lieferkette für höhere Montagequalität.

Weitere Vorteile ergeben sich aus der Möglichkeit zur Einrichtung eines digitalen Zwillings für virtuelle Tests und Inbetriebnahme: So sollen sich Variablen wie Schwerkraft, Reibung und Leistung elektrischer Systeme, Flüssigkeiten und Pneumatik simulieren lassen. Durch solche virtuellen Tests lassen sich Prototypen einsparen.

"Mit der neuen Industrielösung Advanced Machine Engineering von Siemens können komplexe Prozesse effektiv verwaltet und Kosten kontrolliert werden. Zeitgleich lassen sich Produkte schneller auf den Markt bringen und Kunden können früher davon profitieren", sagte Rahul Garg, Senior Global Director für Industrial Machinery and Heavy Equipment bei Siemens PLM Software. "Durch den Einsatz unserer Software-Tools können Unternehmen iterative Systementwürfe optimieren und institutionelles Wissen sowie Best Practices erfassen und wiederverwenden. So entsteht ein innovativer, modularer Ansatz für die Maschinenkonstruktion und die modernsten Maschinen, die auf dem Markt heute zu finden sind."